Hermione goes Fanservice (Zero no Tsukaima 1-12)

Bloged in Anime by Ataru Thursday February 8, 2007

Zauberer sind faszinierende Wesen: Sie können Dinge tun, von denen wir Normalsterblichen nur träumen können. Wenn sie nicht gerade weisse Hasen aus ihren Hüten zaubern oder Kanarienvögel in ihren Käfigen zerquetschen verschwinden lassen, dann helfen sie mal hier einem Hobbit auf dessen Selbsterlösungs-Trip oder retten mal dort sonst irgendwie die Welt vor dem sicheren Untergang. Magierinnen sind noch interessanter – oft sind sie auf der dunklen Seite der Macht anzutreffen. Sie sind oft Hexen, die Jungfrauen mit vergifteten Früchten zur Strecke bringen wollen oder sonst Dunkles und Böses im Schilde führen. Wie sieht es nun mit Lolitas aus, die Zauberinnen werden wollen? Nun ….. bis auf die kleine Eskarina aus Terry Pratchetts Das Erbe des Zauberers habe ich bislang keine Erfahrung mit dieser Sorte Fantasyfigur gemacht – bis auf letzte Woche, in der ich alle zwölf Folgen der letztjährigen Comedyserie Zero no Tsukaima (Zeros Zauberer-Gehilfe) geschaut habe.


Ganz kurz, um was gehts?:

Louise Francoise le Bran de la Valielle – oder einfach Louise – ist eine junge Magierin und Schülerin der Magierakademie Tristein. Sie ist hübsch, ehrgeizig und zu ihrem eigenen Schutz auch etwas zickig: Weil Louise keinen einzigen Zauberspruch erfolgreich ausführen kann, wird sie von ihren Mitschülern “Zero Louise” genannt. Ihre missglückten Versuche können recht gefährlich sein – meist endet ein Versuch in eine grosse Explosion.

Eines Tages müssen die Schüler der Magierakademie in einer wichtigen Prüfung ihr persönliches Pokémon ihren persönlichen Begleiter herbeizaubern. Wo andere angehende Zauberer Viecher wie einen Drachen oder einen treu ergebenen Maulwurf herbeizaubern, zaubert Louise einen ganz normalen japanischen Jungen herbei, der gerade in Akihabara beim Shoppen war. “Treu ergeben, hübsch und mächtig” hat sich Louise ihren zukünftigen Begleiter gewünscht. Saitou Hiraga, der japanische Junge, ist jedoch weder mächtig noch besonders hübsch, und treu ist er schon mal gar nicht. Die Regeln der Prüfung verbieten es, einen zweiten Versuch zu starten, und so muss Louise mit Saitou klarkommen. Einen so “nutzlosen” Begleiter kommandiert sie sogleich ab zum Waschen ihrer Unterwäsche und zum An- und Abziehen ihrer Kleider. Saitou tut sich anfangs schwer mit Louise, aber es zeigt sich schnell, dass auf beide grössere Abenteuer warten und sie zwei füreinander bestimmt sind (jawohl!).

Zero no Tsukaima basiert auf einer gleichnamigen Light Novel-Reihe von Noboru Yamaguchi und ist in erster Linie eine Fantasy-Comedyserie mit viel Fanservice. Ich muss sagen, dass sie mich stellenweise ganz ordentlich unterhalten hat, mehr aber auch nicht. In einigen Tagen werde ich das Allermeiste der Handlung wieder vergessen haben (das ist generell ein Problem bei Marathon-Sessions von Serien, doch das ist ein anderes Thema).

Was mir an der Handlung in erster Linie gefallen hat ist die Idee, dass in der Fantasywelt Menschen und Gegenstände aus unserer Welt herbeigezaubert werden können. Daraus hätten die Macher eine originelle Geschichte erzählen können, taten sie letztendlich aber nicht. Es werden einige Beziehungen nicht oder kaum weiter aufgeklärt. So ist zum Beispiel am Ende der Serie etwas unklar, wie es zwischen Saitou und Siesta – eine bei der Magierakademie angestellte Dienstmagd – steht. Dasselbe gilt auch für die Beziehung zwischen Saitou und “Kirche”, eine weitere Schülerin der Akademie, die sichtlich mit Saitou flirtet.
Die letzte Folge endet it einem Showdown mit einer netten Idee, doch leider bleibt das Ende dadurch auch nicht wirklich überzeugend. Nach der letzten Folge bleibt für mich ein etwas fader Nachgeschmack übrig, ich hätte mir mehr gewünscht.

Was die verschiedenen Figuren angeht, so ist mir der blonde Playboy der Serie – Guiche – eigentlich nicht mal so sehr auf die Nerven gegangen, wie ich es in den ersten Minuten der ersten Folge zunächst befürchtet hatte. Guiche ist zwar sehr eingebildet und die meiste Zeit auch eine ziemlich feige Nuss, aber in seltenen Momenten kann er doch ernster und durchaus bei der Sache sein (das zeigt sich gut in eine der späteren Folgen, wo er zusammen mit Louise, Saitou und Kirche auf ein Wasserwesen stossen). Ich wünsche mir bloss, man hätte ihn wirklich Tiefe verliehen, statt ihn als blosser 08/15 Comedycharakter verbraten zu lassen. Mit Louise verhält es sich ähnlich. Ich fand sie eigentlich nie wirklich niedlich, aber genervt hatte sie mich für eine Tsundere-Braut (Zicke mit weichen Kern) auch wiederum nicht – ich empfand gar ein wenig Mitleid mit ihr als sie in den ersten Folgen wegen ihres nichtvorhandenen Zaubertalents bloss das Gespött der anderen auf sich zog. Melonpan vom Meidocafe-Blog schwört darauf, dass man bei Louise seine helle Freude haben würde, wenn man bereits die Serie Shakugan no Shana kennt und mag. Die Sprecherin von Louise ist nämlich die gleiche wie die von Shana (und…. wie ich weiter in Erfahrung bringen konnte, wie die von Chiyo-chan aus Azumanga Daiou! o_o).

Bei dieser Gallerie der irgendwie vergesslichen Charaktere sticht am Ende der japanische Junge Saitô Hiraga noch am meisten heraus. Der Junge hat konjou … was heissen will, dass er recht mutig ist. Wenn ihm etwas nicht passt, frisst er das nicht einfach in sich hinein wie so viele andere ähnliche Figuren in anderen Comedyserien, sondern sagt es geradewegs heraus; egal, ob er dafür von Louise, seiner persönlichen Sadistin Meisterin, ausgepeitscht wird oder mit der Dienstmagd Siesta frohe Zweisamkeit in einer übergrossen Wasserkanne feiert. Für eine meiner Meinung nach so durchschnittliche Serie ist der Junge als zweite Hauptperson neben Louise ganz in Ordnung geraten.

Wenn die Handlung so durchschnittlich ausfällt, wie steht es dann mit der technischen und künstlerischen Seite der Serie aus? … Ich fürchte, nicht viel besser:

Animation: Völliger Durchschnitt; es ist Digimation auf üblichem TV-Standard und die Hintergründe sind weder sehr detailverliebt noch zu schluddrig ausgefallen. Die Character Designs sind ordentlich, wenn auch mit für meinen persönlichen Geschmack teils etwas zu scharfen Gesichts- und Augenkanten.

Musik: Nothing to write home about, mama. Ein bisschen sentimentales Synthigedudel hier, etwas rockig angehauchte Geigenstücke dort (die noch am meisten für Stimmung sorgten….) und ein absolut brutal kitschiges Opening, in dem der Text etwa 1:1 das kommentiert, was man auch sieht.

Auf die Gefahr hin, mich abermals zu wiederholen: Die Handlung der Serie hatte durchaus Potential; es wurde aber nicht ausgenutzt. Empfehlen kann ich die Serie für diejenigen, die auf der Suche nach einer leicht verdaulichen Comedyserie mit Fanservice sind und schon immer eine Geschichte mit der zickigen Hermione aus HP in der Hauptrolle sehen wollten.

3 responses to “Hermione goes Fanservice (Zero no Tsukaima 1-12)”

  1. avatar Minnimy says:

    Hallo!
    Ich kenne Zero no Tsukaima auch, finde es super, ich habe nur eine Frage, auf Deutsch gibt es die Serie nicht oder?
    Schöne Side:
    Minnimy

  2. avatar Ataru says:

    Hallo Minnimy,

    Nein, bisher ist die Serie nicht auf Deutsch raus. Es kann jedoch sein, dass sie eines Tages ein dt. DVD-Release erhält, doch bei der jetztigen Marktsituation würde ich nicht darauf wetten.

  3. avatar Süsse says:

    Es gibt die serie nicht auf deutsch ,doch es gibt in myvideo deutsche überseztung also mit untertitel!!!

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