{"id":1046,"date":"2012-05-06T09:24:02","date_gmt":"2012-05-06T08:24:02","guid":{"rendered":"http:\/\/ani.donmai.ch\/?p=1046"},"modified":"2012-05-06T14:04:30","modified_gmt":"2012-05-06T13:04:30","slug":"anime-review-a-letter-to-momo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ani.donmai.ch\/?p=1046","title":{"rendered":"Anime Review:  A letter to Momo"},"content":{"rendered":"<p>Die 11-J\u00e4hrige Momo und ihre Mutter ziehen von der Grosstadt Tokio aufs Land an der japanischen Seto-Inlandsee \u2014 zur kleinen Insel Shiojima, wo die Grosseltern wohnen, um ein neues Leben zu beginnen. Momos k\u00fcrzlich verstorbener Vater hat ihr einen Brief hinterlassen, in der nur &#8220;Liebe Momo&#8221; geschrieben steht. Sie fragt sich, was ihr Vater in diesem Brief wohl schreiben wollte und hat Schuldgef\u00fchle, da sie kurz vor seinem Tod sich mit ihm gestritten hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"margin: 1em; float: middle;\" src=\"wp-images\/momo_tegami_poster.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nIm neuen Ort f\u00fchlt sich Momo trotz der sch\u00f6nen Naturlandschaft und den hilfsbereiten Einheimischen nicht wohl und meidet den Kontakt mit gleichaltrigen Kindern, die zum Spass von einer Br\u00fccke ins Wasser springen.<\/p>\n<p>Kurz nach der Ankunft im neuen Heim entdeckt Momo auf dem Dachboden eine lackierte Schachtel, die ein Kibyoshi enth\u00e4lt \u2014 ein altes Heft aus der Edo-Zeit \u2014, das von seltsamen <em>Y?kai<\/em>-Monstern erz\u00e4hlt. Nachdem Momo vergessen hat, die Schachtel zu schliessen und ihre Mutter f\u00fcr eine Ausbildung tags\u00fcber von Zuhause weg ist, spielen sich im Haus seltsame Dinge ab: Es wiederholen sich dumpfe Ger\u00e4usche, Momo h\u00f6rt auf einmal Stimmen, und sie sieht drei seltsame Schatten, die sie verfolgen.<\/p>\n<p>Nach einer aufregenden Flucht vor den drei Schatten w\u00e4hnt sich Momo in Sicherheit und sucht unter einem kleinen Schrein Schutz vor einem Sommergewitter. Ein Blitz offenbart drei neben ihr sitzende Y?kai, die von ihr ebenso erschreckt sind wie Momo, da Y?kai \u00fcblicherweise den Kontakt mit Menschen vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"margin: 1em; float: middle;\" src=\"wp-images\/momo_tegami_funnyfaces.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Die Y?kai mit den Namen <em>Iwa<\/em>, <em>Kawa<\/em> und <em>Mame<\/em> entpuppen sich nicht als b\u00f6sartig; sie haben vielmehr die Aufgabe, Momo und ihre Mutter bei ihrem neuen Leben zu beobachten und dem Himmel dar\u00fcber Bericht zu erstatten. Momo weiss davon zun\u00e4chst noch nichts. Sie versucht die schusseligen Y?kai zu verjagen, was ihr nicht gelingt, doch sie schnappt sich von einem unachtsamen Y?kai eine kleine Holztafel, die es ihnen erm\u00f6glicht, im Diesseits zu verbleiben. Sie droht den Y?kai, die Holztafel zu zerbrechen, wenn diese ihr nicht folgen und sich anst\u00e4ndig benehmen. Die drei Y?kai willigen ein.<\/p>\n<p>So kommt es in den folgenden Tagen, dass Momo von den drei schusseligen Y?kai auf Schritt und Tritt verfolgt wird, was sie ersch\u00f6pft. Umgekehrt muss Momo auf die Y?kai aufpassen, denn diese sind st\u00e4ndig hungrig und stibitzen ihr Essen in den Gem\u00fcseg\u00e4rten der Nachbarschaft. Trotz ihrer Ann\u00e4herung an das Y?kai-Trio bleiben noch viele Differenzen zwischen den beiden Parteien. Der gutherzige riesige Iwa entdeckt den an Momo gerichteten Brief des verstorbenen Vaters und schickt ihn, nachdem er den Brief eigenm\u00e4chtig weitergedichtet hat, durch ein dummes Missgeschick &#8220;nach oben&#8221; in den Himmel. Zu allem \u00dcberdruss entdeckt Momo wie ihre Mutter sich flirtend mit einem alten Freund aus der Schulzeit unterh\u00e4lt. Das f\u00fchrt zu einem kurzen Streit zwischen den beiden, woraufhin Momo w\u00e4hrend eines herannahenden Taifuns von Zuhause wegrennt und die Mutter daraufhin einen ernsthaften Asthma-Anfall kriegt. Wegen des Taifuns wird die Br\u00fccke zum Festland gesperrt, was medizinische Hilfe f\u00fcr Momos Mutter erschwert. Wird Momo ihre Mutter retten k\u00f6nnen und sich mit ihr vers\u00f6hnen?  Kann sie mit ihrem verstorbenen Vater Kontakt aufnehmen? Und was f\u00fcr eine Rolle spielen hier die drei Y?kai?<\/p>\n<p><strong>Meinung:<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem anspruchsvollen Polit-Thriller &#8220;Jin-Roh&#8221; (1999) verlegt Regisseur Hiroyuki Okiura den Schauplatz seines neuesten, mehrfach preisgekr\u00f6nten Films, <strong><a href=\"http:\/\/momo-tabi.jp\/\">A letter to Momo<\/a><\/strong> <em>(Momo e no Tegami<\/em>), auf eine beschauliche kleine Insel mit idyllischen Holzbauten und steilen Gem\u00fcseg\u00e4rten. Im Zentrum des Familienfilms steht der Konflikt eines jungen M\u00e4dchens, das den pl\u00f6tzlichen Tod ihres Vaters noch nicht verkraftet hat und sich mit ihrem neuen Leben noch nicht anfreunden kann. Durch ihren Kontakt mit den Einheimischen und den schusseligen Y?kai lernt Momo, sich allm\u00e4hlich gegen\u00fcber Dritten zu \u00f6ffnen und ihren Gef\u00fchlen freien Lauf zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"margin: 1em; float: middle;\" src=\"wp-images\/momo_tegami_sad.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Der Film ist nicht sonderlich anspruchsvoll, aber nicht minder intelligent, denn er vermittelt einem jungen Publikum auf eine teils ruhige und teils spielerisch-spannende Weise die wertvolle Botschaft, dass man auch \u00fcber den pl\u00f6tzlichen Verlust eines nahestehenden Menschen hinweg kommt, solange man den Verlorenen im Herzen tr\u00e4gt und bei guter Hoffnung bleibt. Gerade nach dem schweren Erdbeben mit dem anschliessendem Tsunami im Nordosten Japans kann ein Film wie <em>A letter to Momo<\/em> seinen Beitrag dazu leisten, einer traumatisierten Bev\u00f6lkerung die tragischen Ereignisse und ihre Verluste besser zu verarbeiten. Dass die Geschichte mit einer feinf\u00fchligen pers\u00f6nlichen Entwicklung rund um ein M\u00e4dchen einhergeht, das sich in einer fremden Umgebung zun\u00e4chst unwohl f\u00fchlt und lernen muss, auf Andere zuzugehen, macht den Film p\u00e4dagogisch umso wertvoller. Da kann man auch \u00fcber das schusselige Verhalten und der Redensart der drei Y?kai hinwegsehen, die sich teils wie eine Stand-Up-Comedy benehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"margin: 1em; float: middle;\" src=\"wp-images\/momo_tegami_dance.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Ein besonderer Lob gilt auch der technisch-k\u00fcnstlerischen Seite des Films. Regisseur und Drehbuchschreiber Hiroyuki Okiura hat mit den Animationsstudio <em>Production I.G.<\/em> sieben Jahre in die Produktion des Films investiert und viele der nahmhaftesten Animatoren Japans engagiert wie z.B. Masashi Ando (diverse Ghibli-Filme, Paranoia Agent, Paprika) und Toshiyuki Inoue (u.a. Akira). Das Ergebnis ist eine animierte Welt, die sich echt anf\u00fchlt und detailierte Character Designs, die sich sehr glaubw\u00fcrdig bewegen, japanisch wirken und an deren Gesichtern man auch das jeweilige Alter der Figuren klar einsch\u00e4tzen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"margin: 1em; float: middle;\" src=\"wp-images\/momo_tegami_table.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>In dieser Hinsicht ist die realistische Animation in <em>A letter to Momo<\/em> deren von <em>Jin-Roh<\/em> nicht un\u00e4hnlich, mit dem einzigen Unterschied, dass bei manchen Szenen auch gezielt auf \u00fcbertriebene Grimassen gesetzt wurde, um f\u00fcr auflockernde Komik zu sorgen. Die malerischen Hintergr\u00fcnde wiederum sind der Insel Osaki-Shiojima der Pr\u00e4fektur Hiroshima nachempfunden und detailiert ausgefallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"margin: 1em; float: middle;\" src=\"wp-images\/momo_tegami_poster02.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Zu guter Letzt ein paar Worte zu den Sprechern des Films: Die Protagonistin Momo wird von der jungen Newcomerin Karen Miyama gesprochen, die w\u00e4hrend der Aufnahmen noch in die Mittelstufe ging. Sie vermittelt ihre Rolle eines etwas sch\u00fcchternen M\u00e4dchens, das sich im Lauf der Handlung gegen\u00fcber anderen immer weiter \u00f6ffnet, recht gut. Momos Mutter \u00fcberzeugt als positive Mutter dank der heiteren Stimme von Y\u00fbka, und ein grosses Lob muss ich auch den Sprechern der drei Y?kai (u.a. &#8220;Spike Spiegel&#8221;-Sprecher <em>Koichi Yamadera<\/em>) aussprechen, wenn ich auch, wie bereits erw\u00e4hnt, ihre Stand-Up artige &#8220;Manzai&#8221;-Routine teils f\u00fcr etwas zuviel des Guten halte.<\/p>\n<p><strong>Offizieller Trailer:<\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"2012?4?21??? ?????????????\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/hpzecZnRI44?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 11-J\u00e4hrige Momo und ihre Mutter ziehen von der Grosstadt Tokio aufs Land an der japanischen Seto-Inlandsee \u2014 zur kleinen Insel Shiojima, wo die Grosseltern wohnen, um ein neues Leben zu beginnen. 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