{"id":236,"date":"2009-03-19T00:27:22","date_gmt":"2009-03-18T23:27:22","guid":{"rendered":"http:\/\/ani.donmai.ch\/?p=236"},"modified":"2009-03-19T00:38:50","modified_gmt":"2009-03-18T23:38:50","slug":"umzugi-manga-review-makanai-komusume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ani.donmai.ch\/?p=236","title":{"rendered":"Umzug(I) &#038; Manga Review: Makanai Komusume"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"wp-images\/makanai_pic.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>N\u00e4chste Woche werde ich umziehen &#8211; in eine freigewordene Wohnung im selben Geb\u00e4ude (<em>lucky me<\/em>). Jetzt habe ich begonnen, meine Manga-Sammlung in Kartons zu verpacken. In den B\u00fccherregalen sieht eine Sammlung wie meine nicht so umfangreich aus, aber <!--more-->wenn man sie wieder einpacken muss, zeigt sich schnell, wie viel Volumen alle B\u00e4nde einnehmen. Besonders dann wenn man wie ich teils v\u00f6llig vergessen hat, dass die Regalbretter bisher doppelt besetzt waren. Nimmt man eine Reihe Mangas raus, taucht dahinter eine zweite auf&#8230; (&#8220;<em>Oh, diese B\u00e4nde habe ich vor 5 Jahren das letzte Mal gesehen.<\/em>&#8220;) Leere Schachteln sind also schnell mal Mangelware. Und der freie Platz, wo ich meine Schachteln bis zum Umzug bereitstellen kann, der muss auch noch gefunden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"wp-images\/manga_collection01.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"wp-images\/manga_raeumen02.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Trotz dieser akuten Platzprobleme habe ich k\u00fcrzlich das Bestellen neuer Mangas einfach nicht unterlassen k\u00f6nnen. Gut, das letzte Mal, als ich aus Japan Mangas bestellt habe, ist schon <a href=\"https:\/\/ani.donmai.ch\/?p=88\">\u00fcber ein Jahr<\/a> her, aber trotzdem&#8230; ich Trottel muss jetzt also Raum f\u00fcr <em>21<\/em> neue B\u00e4nde schaffen.<\/p>\n<p>Wenn wir schon bei Mangasammlungen und Platzprobleme sind: Wie l\u00f6st ihr eure Platzprobleme? K\u00f6nnt ihr euch von alten B\u00e4nden trennen, die ihr vor vielen Jahren das letzte Mal wirklich gelesen habt? Das Zweite kann ich nicht, dazu bin ich ein zu grosser Sammler. Beim Anblick meiner alter Shounen-Mangas auf Franz\u00f6sisch denke ich mir z.B., die k\u00f6nnten mir eines Tages von Nutzen sein, wenn ich etwa \u00fcber die Entwicklung des Manga-Markts in Frankreich etwas schreiben m\u00f6chte. Oder bei einzelnen Shounen- und Seinen-Manga auf Japanisch denke ich mir, die k\u00f6nnte ich irgend eines Tages in meinem Blog oder woanders n\u00e4her vorstellen, so wie ich das hier oder auf meiner alten Homepage g\u00eatan habe. Stattdessen fristet etwa die H\u00e4lfte meiner B\u00e4nde ein eher tristes Dasein in den hinteren Regalreihen oder verpackt in Kartons im Kellerabteil, und, w\u00e4hrend sie allm\u00e4hlich vergilben, warten sie auf bessere Zeiten.<\/p>\n<p>Heute sind zwei der 21 neuen bestellten Mangas angekommen. Beim einen Band handelt es sich um ein Geschenk f\u00fcr einen meiner Mitleser, deshalb halte ich den Titel geheim. Der zweite Manga ist <a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/cvxm4l\"><strong>Makanai Komusume<\/strong><\/a> (Reihe <em>Dengeki Comics EX<\/em>) von Kotani Ataru.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"wp-images\/makanai_musume_cover.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>In Makanai Komusume (&#8220;das kochende Hausm\u00e4del&#8221;) dreht sich die Handlung um eine Teenagerin, die eine Stelle als Haush\u00e4lterin bei einer jungen Schriftstellerin annimmt. Das M\u00e4del heisst Yamanaka Chieko, kommt vom Land, sieht so jung und klein aus wie Kind im Kindergarten und tr\u00e4gt bizarrerweise <em>Hundeohren<\/em>. Wieso sie solche Schlappohren tr\u00e4gt, weiss keiner. Wieso eine so jung aussehende Frau (eigentlich ist sie&#8230;<em>17<\/em>) alleine in die grosse Stadt gezogen ist um als Haush\u00e4lterin zu arbeiten, erkl\u00e4rt die Handlung auch nicht. Wie dem auch sei, Chieko arbeitet mit vollem Elan und ist auch unendlich gl\u00fccklich, als sie ihren ersten Lohn erh\u00e4lt. Sie freundet sich nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten mit der Schriftstellerin Yanagisawa Sanae an, die Chieko urspr\u00fcnglich gar nicht angestellt hat. Dahinter steckt Sanaes Tante Haruko, die sich nebst der Familie auch um ein Restaurant k\u00fcmmern muss. Weil Tante Haruko sich nicht gleichzeitig ums Gesch\u00e4ft und den Familienhaushalt k\u00fcmmern kann, hat sie also Chieko angestellt. Die hat im Haus viel zu tun. Das japanische Klischee will es halt, dass Schrifsteller (oder Mangazeichner) schlampige h\u00e4usliche Angewohnheiten haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"wp-images\/makanai_musume01.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Im ersten Kapitel sieht es zun\u00e4chst so aus, als ob Chieko ihre Stelle gar nicht annehmen kann, weil sich bereits jemand um die Schriftstellerin k\u00fcmmert. Dieser jemand ist ein gutaussehender und netter Mann mit &#8230; Katzenohren und einem Schwanz. Er heisst Taro und war einmal urspr\u00fcnglich Sanaes Kater. Was das nun wieder soll, verr\u00e4t die Handlung bislang ebenfalls nicht. Auf jeden Fall lebt dieser h\u00fcbsche Mann mit Sanae und und Chieko zusammen und sieht so gut aus, dass nicht nur s\u00e4mtliche Hausfrauen in der Gegend offen f\u00fcr ihn schw\u00e4rmen, sondern auch Sanae und Chieko. Taro ist auch sehr gutherzig, weil er z.B. im Schrank schl\u00e4ft und so Raum f\u00fcr Chieko schafft, damit sie in der Ecke des Wohnzimmers Platz f\u00fcr einen Futon und einen Tisch hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"wp-images\/makanai_musume02.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Taro ist nicht die einzige Person, mit der Chieko Bekanntschaft macht: In einem Buchladen begegnet sie zum ersten Mal dem Sohn von Tante Haruko, Midori, ein Sch\u00fcler der sechsten Klasse. Midori hat einen so frechen Mund wie es sich f\u00fcr solche waschechten &#8220;Shounen&#8221; geh\u00f6rt, und er glaubt irrt\u00fcmlich, dass Chieko j\u00fcnger ist als er selbst. Er ist richtig geschockt als er an Chiekos Geburtstagsfeier erf\u00e4hrt, dass sie 17 ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"wp-images\/makanai_musume03.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Gut, ich fasse kurz zusammen: Eine Siebzehnj\u00e4hrige, die wie sechs aussieht und Hundeohren tr\u00e4gt, lebt und arbeitet bei einer jungen Schriftstellerin, die auf Groschenromane spezialisiert ist. Die dritte Person im Haushalt ist ein <em>Ikemen<\/em> (Mann mit h\u00fcbschen Gesicht), der eigentlich ein Kater ist. Dann kommt noch eine h\u00fcbsche Tante hinzu, die in ihrer eigenen Welt lebt und ihr rotzfrecher Junge mit weichem Kern. Gut, nun die alles entscheidende Frage: Hat es \u00fcberhaupt eine fortschreitende Handlung?<\/p>\n<p>Eigentlich nicht. Die Handlung besteht aus kurzen Episoden aus Chiekos Alltagsleben, angereichter mit einem 4-Panel Gag am Ende jedes Kapitels. Wir lernen Chieko als etwas sch\u00fcchterne und sensible, aber sehr treue und fleissige Hausdienerin kennen, die keiner Fliege was antun w\u00fcrde. Sie ist mal schmollend, mal etwas weinerlich oder trotzk\u00f6pfig (vor allem dann, wenn sie f\u00fcr eine Grundsch\u00fclerin gehalten wird), aber stets lieb. Dasselbe trifft auch auf die anderen Figuren zu: Sie haben alle einen verflucht lieben Kern. Nur Taro durchbricht das ganze nat\u00fcrliche Nettsein, weil er, besonders gegen\u00fcber Damen, <em>berechnend<\/em> supernett sein kann &#8211; dann bringt er den verf\u00fchrerischen Casanova stets zum Besten und Lacher sind damit garantiert (&#8220;<em>Tante Haruko, zum Geburtstag schenke ich Ihnen &#8230;.meine Person!  Wenn Midori mal auf Schulreisen ist und Sie sich Zuhause einsam f\u00fchlen, dann bin ihr stets ihr Gespr\u00e4chspartner<\/em>&#8221; &#8230;..oha, O_\u00f4). Und da haben wir das eigentliche &#8220;Problem&#8221; des Mangas, wenn es \u00fcberhaupt als eines gelten sollte: Alle sind lieb und nett zueinander. Es gibt kaum Konflikte. Nicht, dass welche wirklich n\u00f6tig w\u00e4ren, aber die sind f\u00fcr eine weiterf\u00fchrende und etwas tiefgr\u00fcndige Handlung letztendlich doch unentbehrlich. <em>Makanai Komusume<\/em> will jedoch nicht tiefgr\u00fcndig sein, sondern seine Leser in einer Tonne Lieblichkeit und Niedlichkeit quasi ersaufen lassen. Schon der Zeichenstil ist sehr &#8220;nett&#8221; und shoujo-haft ausgefallen. Die Aufteilung der Panels und die sp\u00e4rlichen, meist funktionalen Hintergr\u00fcnde erinnern definitiv an Shoujo-Manga. Wir haben hier einen nahezu perfekten Manga f\u00fcr Musestunden, in denen man seinen Kopf am liebsten abschalten m\u00f6chte und sich an einer <em>petite femme <\/em>mit Schlappohren erfreuen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"wp-images\/makanai_musume04.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p>Hinter dem Manga steckt eine Autorin mit dem Pseudonym <a href=\"http:\/\/homepage2.nifty.com\/kaeruz\/\">Kotani Ataru<\/a> (fr\u00fcher nannte sie sich <em>Zachio<\/em>). Kotani Ataru war bislang ausschliesslich als Doujinshi-Zeichnerin aktiv. Eine ihrer fortlaufenden Doujinshi-Geschichten wurde vor kurzem als <a href=\"http:\/\/www.amazon.co.jp\/exec\/obidos\/ASIN\/4886534643\/\">einzelner Band<\/a> ver\u00f6ffentlicht. <em>Makanai Komusume<\/em> ist ihre erste Fortsetzungeschichte f\u00fcr eine Manga-Zeitschrift namens <em>Sylph<\/em> und somit auch ihr erster wirklicher Manga<em>.<\/em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/sylph.dengeki.com\/\">Sylph<\/a> ist eine 2-Monats-Zeitschrift, die urspr\u00fcnglich Ende 2006 als viertelj\u00e4hrliche Sondernummer zur heute eingestellten <em>Dengeki Comic Gao!-<\/em>Zeitschrift gedacht war und heute beim Verlag MediaWorks als eigenst\u00e4ndige Zeitschrift gesehen wird. Der Slogan von Sylph lautet &#8220;kyun moe &#8211; tokimeki otome comic&#8221;, was \u00fcbersetzt werden kann mit &#8220;herzergreifendes Moe &#8211; aufregende M\u00e4dchencomics&#8221;).   Es ist eines dieser Manga-Zeitschriften, die Crossover Appeal haben, will heissen, die Zeitschrift soll als &#8220;Shoujo Manga&#8221;-Magazin sowohl weibliche wie auch m\u00e4nnliche Fans ansprechen &#8211; etwa wie die Zeitschrift <em>Comic High <\/em>( Kodomo no Jikan, Hitohira, Girls High&#8230;), nur nicht ganz so stark f\u00fcr M\u00e4nner aufgemacht. Dementsprechend gibts einerseits zwar viel rosa Farbe auf dem Cover zu sehen und in den einzelnen Geschichten Bi-Shounen mit verf\u00fchrerischen Augen und knackigen Hintern, aber man kann dank dem &#8220;moe&#8221;-Appeal von Figuren wie Chieko als m\u00e4nnlicher Leser durchaus auch einen Zugang zu den sanften Geschichten haben, ohne gleich abgeschreckt zu werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>N\u00e4chste Woche werde ich umziehen &#8211; in eine freigewordene Wohnung im selben Geb\u00e4ude (lucky me). Jetzt habe ich begonnen, meine Manga-Sammlung in Kartons zu verpacken. 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