{"id":82,"date":"2007-11-04T03:29:26","date_gmt":"2007-11-04T02:29:26","guid":{"rendered":"http:\/\/ani.donmai.ch\/?p=82"},"modified":"2007-11-04T16:16:33","modified_gmt":"2007-11-04T15:16:33","slug":"trash-anime-ahoi-del-power-x","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ani.donmai.ch\/?p=82","title":{"rendered":"Trash-Anime ahoi! (Del Power X)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_mini.jpg\" style=\"margin: 1em; float: left\" \/> Ich gebs zu: Ich bin ein Fan von Animes aus den Achtzigern. Generell gefallen mir die dort eingesetzten Zeichenstile, der damals in Mode gewesene J-Pop und der unbeschwerte, spielerische Umgang mit klassischer Zeichentrickanimation. Urusei Yatsura und Maison Ikkoku sind da sehr gute Beispiele f\u00fcr zwei Animes, die mir diesbez\u00fcglich gefallen. Was in diesem Jahrzehnt jedoch auch produziert<!--more--> wurde, ist teils purer <strong>Trash<\/strong>. <img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delopawaa_ld.jpg\" style=\"margin: 1em; float: right\" \/>Der Anime, um den es heute geht und der in den Neunzigerjahren von Fans ins Englische \u00fcbersetzt wurde, ist so ein Trash-Titel. Eine absolut unbekannte, superschrottige Gurke namens <em>Bakuhatsu Del Power X &#8211; Mirakuru genki!! <\/em>(<a href=\"http:\/\/www.animenewsnetwork.com\/encyclopedia\/anime.php?id=3362\">???????????????!!<\/a>)<em>,<\/em> eine OAV von 1986.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpowaa01.jpg\" style=\"margin: 1em; float: left\" \/>Del Power X basiert auf einem Manga namens <em>Zettai hakuryoku Del Power X<\/em> von Tomato Aki und Tsukamoto Yumiko, der in der mittlerweile eingestellten Animezeitschrift <em>The Anime<\/em> (<span class=\"new\">?????<\/span>) erschien und sp\u00e4ter als Einzelband herauskam.<\/p>\n<p>Die Handlung ist einfach zu erkl\u00e4ren: Die 14-j\u00e4hrige Sch\u00fclerin <em>Manami Hanegi<\/em> vergisst auf dem Weg zur Schule ihr O-Bento. Das bringt dann ihr verr\u00fcckter Grossvater und Erfinder Yanami <em>Gatsuemon<\/em> in einem eigens f\u00fcr sie konstruierten Powersuit-Mecha mit, das er &#8220;Del Power X&#8221; getauft hat. Auf dem Weg zur Schule und auf dem Schulgel\u00e4nde kriegt Grossvater Gatsuemon es mit einem alten Widersacher namens <em>Von Gettsel<\/em> zu tun, der nach Rache d\u00fcrstet und Gatsuemon nun in seinem Powersuit-Mecha namens &#8220;Zolingen&#8221; zum Kampf herausfodert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_hanami.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_gatsuemon.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_gettsel.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_suit.jpg\" \/><\/p>\n<p>In der Schule attackiert Von Gettsel Gatsuemon mit einem Kick unfairerweise von hinten und schleudert diesen aus Del Power X raus. Vom Vorfall schockiert, steigt Manami zun\u00e4chst noch unfreiwillig in Grossvaters Powersuit und fordert dann Von Gettsel entschlossen zum Kampf heraus als sie feststellt, dass der zuvor ihr geliebtes O-Beto plattgemacht hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_02.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_03.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_05.jpg\" \/><\/p>\n<p>Manami schafft es sogar, ihn zu besiegen, doch da taucht ein muskul\u00f6ser Ausl\u00e4nder namens Nick Jagger auf und kommt seinem Boss Von Gettsel zu Hilfe.  Mr. Jagger verdrischt zun\u00e4chst kurzerhand Manamis heimliche Flamme Yousuke Miyamoto, der sich sch\u00fctzend vor ihr und Gatsuemon gestellt hat. Minami, leicht irritiert von der abstrusen Situation und dem plattgemachten Bento (+ Freund), nimmt ein Duell Von Gettsels an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_07.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_jagger.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_08.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_09.jpg\" \/><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen verdreschen sich Manami und Nick Jagger &#8211; in ihren jeweiligen Power Suits &#8211; in einem Freizeitpark in bester Wrestling-Manier; das Ganze vor den Augen der gesamten Schulklasse. Zwischendurch tauchen pl\u00f6tzlich &#8211; ohne weitere Erkl\u00e4rung &#8211; zwei Ausl\u00e4nderinnen namens Laura McLaren und Suzi Willis auf, die sich ebenfalls am Kampf beteiligen und daf\u00fcr von Professor Von Gettsel ger\u00fcgt werden. Am Ende schafft es Manami, mit einem Killergriff Nick Jagger in seinem Galacuress zu schlagen. Und der Anime ist nach 42 Minuten zu Ende. &#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_011.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_012.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_013.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_014.jpg\" \/><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_015.jpg\" \/><\/p>\n<p>Klingt gut, was?  :-)<\/p>\n<p>Del Power X ist ein gutes Beispiel f\u00fcr die damals in Mode geratenen Parodie-Animes, die das Genre der School-Comedy meist mit Super Sentai, Wrestling und Science Fiction kreutzten und in denen zumeist unschuldige, schwache M\u00e4dchen im richtigen Moment zu kraftvollen Heldinnen aufbl\u00fchten. Ein Beispiel f\u00fcr eine wirklich gelungene und witzige Parodie w\u00e4re Yuki Masamis <a href=\"http:\/\/www.animenewsnetwork.com\/encyclopedia\/anime.php?id=538\">Assemble Insert<\/a>. <em>Del Power X<\/em> ist jedoch so schlecht und langweilig geraten, dass der Anime dadurch eher unfreiwillig komisch ist, als dass es wirklich so geplant gewesen w\u00e4re, was wiederum komischerweise sein Charme ausmacht: Die Gags sind bis auf wenige Ausnahmen einfach &#8230; uninspiriert und zu vorhersehbar. Es wird auf parodistische Art und Weise gek\u00e4mpft, und zwischendurch kann man(n) Manamis pinke Unterw\u00e4sche erhaschen (schnelle Finger auf der Pausentaste vorausgesetzt ;-&gt;). Die Idee, Super Sentai mit Wrestling zu kreuzen, ist selbst f\u00fcr die damalige Zeit bereits zu ausgelutscht, um wirklich unterhalten zu k\u00f6nnen &#8211; geschweige denn das heute verw\u00f6hnte Anime-Publikum. Die Sprecher, allen voran der von Grossvater Gatsuemon, labern unmotiviert ihre Zeilen herunter; besonders am Anfang ist das h\u00f6rbar. Als die Figuren mit Untertiteln vorgestellt werden, kommen auf der Tonspur unnat\u00fcrlich lange Pausen vor, und letztendlich ist die Handlung d\u00fcnner als ein Feigenblatt. Der Humor kommt eher durch die wirklich superd\u00e4mlichen, nichtjapanischen Namen. Bei &#8220;Nick Jagger&#8221; hats mich vor Lachen fast vom Stuhl gehauen, ehrlich.<\/p>\n<p>Die technische Ausf\u00fchrung ist wegen der schlechten Qualit\u00e4t meines vorliegenden Fansubs schwer zu beurteilen. Es gibt einige Einstellungen, in denen die Animation nicht schlecht zu sein scheint und auch etwas versucht wurde, mit der Perspektive zu spielen, aber letztendlich wirkt die OAV doch billig gemacht. Am meisten Freude machen da noch die Mecha-Designs der Powersuits und eine \u00fcberlange Anfangssequenz mit einem Helikopter, der das Powersuit zum Haus der Hanegis transportiert. Das Mecha-Design von Powersuit Del Power erinnert mit seinen K\u00e4stchen und eckigen &#8220;Ausbuchtungen&#8221; (Stichwort &#8220;Transformers&#8221;) ans Industriedesign von Autos und Unterhaltungsger\u00e4ten der Achtzigerjahre.<\/p>\n<p>Die Characterdesigns der OAV sind auch recht bizarr ausgefallen: Fast jede Figur ist in einem anderen Stil gehalten. Das hat auch einen Grund: Beim Character Design sind  gleich 7 bekannte Personen aufgelistet (!), unter anderem Haruhiko Mikimoto, Ashida Toyoo, Izubuchi Yutaka, Inomata Mutsumi und Nagano Mamoru. Die OAV versucht hier also mit ihrer selbstreflexiven Machart zu unterhalten und Animefans was zu bieten.<\/p>\n<p>Bei den eher rundlichen Gesichtsz\u00fcge und Augen der Heldin Manami glaube ich, das Design von Inomata Mutsumi zu erkennen. Ihr Stil kennt man aus Leda oder Brainpowered.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_016.jpg\" \/><\/p>\n<p>Nagano Mamoru d\u00fcrfte f\u00fcr das Design eines leicht effeminierten Klassenlehrers namens &#8220;Charlie Secto&#8221; verantwortlich gewesen sein. Hier erkennt man einfach sein &#8220;Bishounen&#8221;-Stil aus Dunbine oder Five Star Stories.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_charlie.jpg\" \/><\/p>\n<p>Haruhiko Mikimoto ist wiederum verantwortlich f\u00fcr das Design einer Klassenkameradin von Manami. Sein Stil ist unverkennbar, wenn man seine Mangas oder Character Designs zu Animes wie Macross bereits kennt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_mikimoto.jpg\" \/><\/p>\n<p>Shigeno Sh\u00fbichi, bekannt als Mangazeichner von Initial D, steckt wiederum hinter der Figur von Yousuke Miyamoto. Das verraten die leicht kantige Gesichtsform und diese rechteckige Augenform mit diesen dicken Augenbrauen. Initial D, anyone?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_yousuke.jpg\" \/><\/p>\n<p>Ashida Toyoo wiederum macht sich mit Ken im Hintergrund aus Fist of the North Star.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"wp-images\/delpower_ashida.jpg\" \/><\/p>\n<p>Zuletzt bleibt noch zu sagen, dass der Anime in Japan nie auf DVD erschienen ist und heute nur mit viel Gl\u00fcck auf VHS oder Laserdisc gefunden werden kann. Es soll auch ein Soundtrack existiert haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich gebs zu: Ich bin ein Fan von Animes aus den Achtzigern. Generell gefallen mir die dort eingesetzten Zeichenstile, der damals in Mode gewesene J-Pop und der unbeschwerte, spielerische Umgang mit klassischer Zeichentrickanimation. Urusei Yatsura und Maison Ikkoku sind da sehr gute Beispiele f\u00fcr zwei Animes, die mir diesbez\u00fcglich gefallen. 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