{"id":90,"date":"2008-02-05T21:43:29","date_gmt":"2008-02-05T20:43:29","guid":{"rendered":"http:\/\/ani.donmai.ch\/?p=90"},"modified":"2008-02-05T21:57:57","modified_gmt":"2008-02-05T20:57:57","slug":"classic-anime-openings-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ani.donmai.ch\/?p=90","title":{"rendered":"Classic Anime Openings &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\">Beim Gucken von Animes aus der aktuellen Season stelle ich erneut fest, wie schwer es mir generell f\u00e4llt, mich f\u00fcr neue Animes zu begeistern und wie selektiv ich\u00a0bei meiner Auswahl\u00a0an neuen\u00a0Serien vorgehe, die ich mehr oder regelm\u00e4ssig verfolgen will. Die Handlung muss was hergeben und darf nicht mit <!--more-->zu ausgelutschten Themen und Konzepten aufwarten. Zuviel Pathos und \u00fcbertrieben zelebrierte Jugend\u00e4ngste empfinde ich als Kitsch und meide Serien mit solchem Content bereits von vorneherein so gut es geht. Animes, die wiederum auf &#8220;amerikanisch&#8221; tun, indem sie das zelebrieren, wovon sich die Macher eventuell auch einen guten Absatz im Westen versprechen (&#8212;&gt; d\u00fcstere, unverst\u00e4ndliche Science Fiction-Dystopien, grosse Wummen, Titten, aalglatte B\u00f6sewichte mit coolen Spr\u00fcchen, usw), entsprechen auch nicht gerade meinem Geschmack. Bei der Umsetzung von Visual Novels oder DatingSims stehe ich wiederum teils auf den Schlauch, weil ich die entsprechenden Vorlagen nicht kenne.<\/p>\n<p align=\"left\">Kurzum, es gibt nur wenige neue Animes, die ich wirklich mag. Die Schwierigkeit beginnt teils bereits bei den jeweiligen Openings und Endings. Die Grosszahl der mit Eurobeat, Trance und Rock angereicherten J-Pop Songs des neuen Jahrtausends verm\u00f6gen mich nicht wirklich zu \u00fcberzeugen. Daf\u00fcr ist mein Geschmack nun doch etwas\u00a0&#8230; na ja, zu<em> altmodisch<\/em>? Das ist schade, denn gerade Openings und Endings machen f\u00fcr mich einen betr\u00e4chtlichen Teil dessen aus, was mir bei Animes gef\u00e4llt: Die Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>In letzter Zeit stelle ich fest, dass in Anime-Blogs vermehrt gerne aktuelle Openings und Endings vorgestellt werden. Ich finde das keine schlechte Idee. So kann man sich einen ersten Eindruck davon verschaffen, ob einem ein Anime zusagen k\u00f6nnte oder nicht. Da ich der Meinung bin, dass die Mehrzahl der heutigen Animefans Oldschool-Animes aus den Achtzigern und teils gar solche aus den Neunzigern nicht mehr kennt, nehme ich das nun zum Anlass, um einige meiner Lieblings-Openings und -Endings vorzustellen &#8211; oder auch einfach solche, die in unserem Sprachraum g\u00e4nzlich unbekannt sind. Bei den folgenden Ops und Eds gef\u00e4llt mir aber nicht bloss die Musik, sondern teils auch die Animation oder schlicht der Einfall, wie man die Lieder visuell ansprechend umsetzen kann. Meine Auswahl h\u00e4ngt auch teils mit Nostalgie zusammen. Einige der hier vorgestellten original Ops und Eds kenne ich n\u00e4mlich teils bereits \u00fcber zehn Jahre, u.a. als ich manche von ihnen zum ersten Mal in Op\/Ed-Sammlungen auf Laserdisc entdeckt oder den Original Soundtrack dazu erstanden hatte.<\/p>\n<p>Fangen wir mal mit einem Opening an, das ich wahnsinnig sympathisch finde:<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube kAmMSDlXtv4]<\/p>\n<p align=\"left\">&#8220;Miracle Girl&#8221; von Mariko Nagai, das erste Opening zur lustigen Sport-Soap <a href=\"http:\/\/the.animearchive.org\/yawara\/\"><em>Yawara<\/em><\/a>.<\/p>\n<p align=\"left\">So eine Art von J-Pop, die gef\u00e4llt mir: Fr\u00f6hlich, unbeschwert, simpel, ergo ein echter Ohrwurm. Das ganze verpackt mit einer doch sehr sympathisch wirkenden Hauptfigur, die erst noch goldig animiert daherkommt. Dazu f\u00e4llt mir auf, wie &#8220;bodenbest\u00e4ndig&#8221; das ganze daherkommt. Die Serie ist Slice of Life mit einer trendigen Hauptfigur, also wird auch mit Bildern gearbeitet, die im Alltag verwurzelt sind und etwas Glamour vermitteln: Eine Kleider-Boutique, eine amerikanische Grosstadt im Hintergrund, ein grosses Filmposter, eine Bar, usw. Und lustig ist das Opening dank des schr\u00e4gen Opas auch noch.<\/p>\n<p align=\"left\">Weil das erste Opening so gut ist, hier gleich das zweite Opening der Serie: <em>Ame ni kissu no hanataba o<\/em>, von Aiko Kayou.<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube aB_L0DfUp7I]<\/p>\n<p align=\"left\">Das zweite Opening gef\u00e4llt mir sogar fast besser als &#8220;Miracle Girl&#8221;. Diesmal schleicht sich in der Melodie neben Unbeschwertheit auch leichte Sentimentalit\u00e4t und Melancholie rein. Ich finde es auch hier klasse, wie die Hauptfigur Yawara uns Zuschauern nahegebracht wird: Als absolut sympathisch wirkendes M\u00e4del, das in jedem Kleid modisch aussieht (daher auch der Untertitel &#8220;fashionable Judo Girl&#8221;). Spitze finde ich auch die Anspielung auf den Hollywood-Klassiker Casablanca und die Szene mit den Regenschirmen, die klar von Musicals inspiriert ist. Solche Einf\u00e4lle sichern einem jeweiligen Opening oder Ending einen Platz in meiner ewigen Hitparade.<\/p>\n<p align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<p align=\"left\">Weiter geht&#8217;s mit einem meiner ganz grossen Lieblinge. Eine beinahe perfekte Mischung aus leicht bitters\u00fcssen J-Pop, gemixt mit wunderbarer Cut-Out Animation im Wasserfarben-Stil:<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube Gm8cMmWWG7Q ]<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Kanashimi yo konnichiwa<\/em>, das erste Opening von <em>Maison Ikkoku<\/em>, gesungen von Yuki Saitou. Ein sch\u00f6nes, leicht melancholisches J-Pop St\u00fcck (daher auch das Titel des Lieds &#8220;Hello Sadness&#8221;).<\/p>\n<p align=\"left\">Die St\u00e4rke dieses Openings zeigt sich gleich von den ersten Sekunde an: Es wird der Eindruck erzeugt, als ob die Figuren und die Hintergr\u00fcnde gross animiert werden w\u00fcrde, was sie in ganz kurzen Einstellungen auch sind. Beim Grossteil der Einstellungen dominiert hingegen Cut-Out Animation, also ausgeschnittene Bilder, die die eigentliche Animation ersetzen. F\u00fcr dieses Opening zeichnet sich Akemi Takada verantwortlich, die bekannte Character Designerin\u00a0aus\u00a0Serien wie Creamy Mami, Orange Road oder Patlabor. Hat man mal\u00a0die Bilder\u00a0aus einem\u00a0ihrer heute meist vergriffenen Artbooks gesehen, erkennt man in diesem Opening ihre schraffierten Gouache-Bilder sofort wieder.<\/p>\n<p align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<p align=\"left\">Eines teilen sich alle drei bisher vorgestellen Openings: Sie wurden von <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Kitty_Films\">Kitty Films<\/a> produziert. Kitty\u00a0Films war in den Achtziger und Neunzigerjahren eine Produktionsfirma, die besonderen Wert auf Musik legte. Die Firma produzierte urspr\u00fcnglich Musik zu Doramas, ehe sie Musik zu Realfilmen und Anime zu produzieren begannen. Mit Urusei Yatsura waren sie die ersten, die ein Anime-Franchise vorwiegend\u00a0durch\u00a0Musik gepuscht haben (\u00a0geht mal die diversen OSTs und Best ofs von UY zusammenz\u00e4hlen; da kommt eine stattliche Zahl heraus).<\/p>\n<p align=\"left\">Weil Kitty\u00a0Films\u00a0mit ihrer Musik eine m\u00f6glichst breite Masse ansprechen wollte, musste\u00a0diese auch echte Hitqualit\u00e4ten aufweisen. Das n\u00e4chste Opening, auch eins\u00a0von Maison Ikkoku, hatte das eindeutig:<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube ak629fVb3AM ]<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Suki sa<\/em>, von der Gruppe <em>Anzen Chitai<\/em>. Ein Lied, das durch seine Melodie und\u00a0durch die\u00a0Stimme von S\u00e4nger Kouji Tamaki durchs Mark und Bein geht. Das Opening selber (Nr.3) ist vom Inhalt her nur m\u00e4ssig interessant, da schneiden die anderen Maison Ikkoku Openings (es existieren 6, und sie sind alle ziemlich gut) mit ihren visuellen Experimenten besser ab, aber das Lied&#8230; wow. Man findet es in Japan auch mit Leichtigkeit\u00a0in Karaoke-Etablissements.<\/p>\n<p align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<p align=\"left\">F\u00fcr das heute als letztes vorgestelle Opening gibts einen deutlichen Stilbruch:<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube 11jnarZgU2Q]<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Sora kara koboreta story<\/em> (&#8220;Eine Geschichte, die vom Himmel her gekommen ist&#8221;), von der Gruppe <em>da Capo. <\/em>Das Opening zur Serie <a href=\"http:\/\/www.nausicaa.net\/miyazaki\/holmes\/\">Meitantei Holmes<\/a>.<\/p>\n<p align=\"left\">Was f\u00fcr ein wundervolles Lied, so sanft, leicht und&#8230;.. hmm&#8230;. intim? Es ist ein Opening, das einfach Herz hat.<br \/>\nDas Opening und Ending von &#8220;Sherlock Hound&#8221;\u00a0erinnern mich leicht an das superbe Ending von Miyazakis Porco Rosso, bei der die Stimme der S\u00e4ngerin eine &#8220;Es war einmal&#8221;-Geschichte singend erz\u00e4hlt. Dort dominiert ein grosses Orchester, hier eine kleine Kappelle mit klassischen Instrumenten. Zum Opening-Lied wurden lediglich Szenen aus den ersten 6 folgen des Animes gew\u00e4hlt, an denen der Maestro Miyazaki Hayao pers\u00f6nlich Hand angelegt hat (und das merkt man den Szenen an. Der Mann hat einfach ein tolles Gesp\u00fcr f\u00fcr Action). Das Ending wiederum ist sogar noch sanfter ausgefallen als das Opening und hat teils eigens f\u00fcrs Ending animierte Sequenzen, und teils Ausschnitte aus den ersten Folgen der Serie (manchmal ist das Character Design ganz anders. In diesem Fall handelt es sich um die Pilotfolge zur Serie, die sp\u00e4ter noch im Kino gezeigt wurde).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Gucken von Animes aus der aktuellen Season stelle ich erneut fest, wie schwer es mir generell f\u00e4llt, mich f\u00fcr neue Animes zu begeistern und wie selektiv ich\u00a0bei meiner Auswahl\u00a0an neuen\u00a0Serien vorgehe, die ich mehr oder regelm\u00e4ssig verfolgen will. 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