{"id":92,"date":"2008-03-30T00:08:08","date_gmt":"2008-03-29T23:08:08","guid":{"rendered":"http:\/\/ani.donmai.ch\/?p=92"},"modified":"2009-05-23T21:14:49","modified_gmt":"2009-05-23T20:14:49","slug":"classic-anime-openings-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ani.donmai.ch\/?p=92","title":{"rendered":"Classic Anime Openings &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Nein, ich lasse mein Blog nicht untergehen; er wird weitergef\u00fchrt. Die letzten zwei Monaten habe ich keine neuen Beitr\u00e4ge mehr geschrieben, weil<!--more--> ich eine Lizentiatsarbeit fertiggeschrieben habe und mich jetzt f\u00fcr die kommenden Abschlusspr\u00fcfungen im Sommer-Herbst vorbereite. Bei 6 Pr\u00fcfungen zu neun unterschiedlichen Themenbereiche gibt das Einiges zu tun &#8211; sollte ich die Pr\u00fcfungen schaffen, darf ich mich dann <em>lic.phil<\/em> schimpfen.<\/p>\n<p>Letztes Mal bin ich bei Openings von Anime aus den achtziger Jahren verweilt. Da mache ich heute auch weiter. Als Erstes zuerst Mal das 1. Opening von einem Anime, der vor bald zwanzig Jahren in Frankreich, Spanien, Italien und Mexiko f\u00fcr Furore sorgte &#8211; das Naruto seiner Zeit: <strong>Saint Seiya<\/strong>, mit dem OP-Lied <em>Pegasus Fantasy<\/em> von MAKE-UP.<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube HPSn0gU2EEI]<\/p>\n<p>Als die Serie in den sp\u00e4ten Achtzigern im franz\u00f6sischen Fernsehen &#8211; im &#8220;Club Doroth\u00e9e&#8221; &#8211; ausgetrahlt wurde, gewann sie auf Anhieb viele Fans. Auch in meiner Schule gabs gleich drei Angefressene von den &#8220;Chevaliers du Zodiaque&#8221;, so der franz\u00f6sische Titel der Erfolgsserie. Mich hat die Serie hingegen nie wirklich begeistern k\u00f6nnen. Einerseits habe ich den Einstieg in die eigentliche Handlung nicht so richtig mitbekommen, und andererseits stand ich im Gegensatz zu den anderen meiner Peer-to-Peer Group weniger auf <em>Shounen<\/em> Action-Serien, sondern verst\u00e4rkt auf verr\u00fcckte Comedy, Romantik oder auf schlicht bizarre Mischungen wie Urusei Yatsura. Ich war halt schon von Anfang an ein Sonderling und &#8220;Softie&#8221;. Dementsprechend guckte ich nur sporadisch in Saint Seiya rein, doch f\u00fcr das wenige Gesehene erinnere ich mich noch heute erstaunlich gut an gewisse Szenen (eine am Kreuz festgenagelte Schwester von Seiya, anyone?).<\/p>\n<p>Meine &#8220;Liebe&#8221; f\u00fcr Saint Seiya gilt also weniger der Serie an sich, sondern den jeweiligen Original-Openings und Endings, die ich erst ein paar Jahre sp\u00e4ter das erste Mal im Original sehen und h\u00f6ren konnte. <em>Pegasus Fantasy<\/em> ist so ein Lied, das mir auf Anhieb gefiel; ein Lied, dessen Melodie ich bereits von den BGMs her kann und das ich sp\u00e4ter in Japan im Karaoke des \u00f6fteren sang. In Pegasus Fantasy hardrockts wie so eben \u00fcblich f\u00fcr die achtziger Jahre: Eing\u00e4ngige Gitarrenriffs mit klassischem Refrain, <em>Stadionrock<\/em>-Stil, glattpoliert, viel Nachhall in der Stimme, Synthezier, u.s.w. &#8211; so als ob die Band <em>Europe<\/em> h\u00f6chstpers\u00f6nlich ein Anime-Op komponiert h\u00e4tte. Das Teil <em>rockt<\/em>, keine Frage, und die eingebauten Soundeffekte tragen ihres dazu bei. Zudem sind die Schnitte perfekt dem Lied angepasst. Ich muss zugeben, dass ich ein Faible f\u00fcr die eine Sequenz habe, in der schnell zwischen dem zuschlagenden Seiya und seiner Aura als Pegagus hin- und hergeschaltet wird; quasi ein Strobo-Effekt mit <em>Schlagkraft<\/em>.<\/p>\n<p>Wenn wir schon bei 80er Jahre Rock sind, gehen wir gleich weiter zum Hardrock r\u00fcber: Das zweite Opening stammt ebenfalls von einer Serie, die in Westeuropa extrem beliebt und auch kontrovers war, n\u00e4mlich <strong>Hokuto no Ken<\/strong> (Fist of the North Star) mit dem Heuler &#8220;You are Shock&#8221; von <em>Tom Cat<\/em>.<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube n371zCCYpts]<\/p>\n<p>An diesem Opening ist schlicht alles Kult: Das Lied, die Bilder, der <em>Pathos<\/em>. Bei diesen muskelbepackten M\u00e4nnern mit den riesigen Augenbrauen, verr\u00fcckten Mad Max-S\u00f6ldnern, platzenden Gesichtern, dem tr\u00e4nendem M\u00e4dchen, ect., da brodelts gewaltig in mir. Die Hokuto no Ken Openings triefen nur so von Machismo und Pathos, was sie zu einem grossen Klassiker macht. Die Serie an sich hat mich wie bei Saint Seiya auch nie wirklich begeistern k\u00f6nnen, aber dieses Opening&#8230; oh ja.<\/p>\n<p>Jetzt bitte nicht erschrecken, ihr erlebt gerade einen kleinen Stilbruch:<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube wZt3DW1TRaA]<\/p>\n<p>Das erste Opening zu<em> Maple Town Monogatari <\/em>(1986).<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Nein, ich bin nicht verr\u00fcckt. Ich stelle euch dieses Opening einerseits deshalb vor, weil mir das nette Kinderlied und die kindgerechten Animationen gefallen, und andererseits, weil Maple Town Monogatari vom gleichen Studio produziert wurde, das im selben Zeitraum auch Saint Seiya und Hokuto no Ken rausgebracht hatte, n\u00e4mlich <em>Toei Animation<\/em>. In den Achtzigern war es bei Toei Animation \u00fcblich, dass sie j\u00e4hrlich 4 verschiedene Serien produzierten; davon normalerweise je zwei f\u00fcr Jungs und M\u00e4dchen. Ich finde es nun lustig, dass sie zwischen Hokuto no Ken und Saint Seiya (1984-87) &#8211; zwei Serien mit brachialer Action und fliessendem Blut &#8211; zwischendurch pl\u00f6tzlich sowas animiert hatten. Vielleicht brauchten die Leute im Studio zwischendurch einfach ein bisschen heile Welt als erholsames Pflaster von all den animierten Rohheiten? :-)<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Opening bietet <em>Girls<\/em> &amp; <em>Guns<\/em> &amp; <em>Fun<\/em>: <em>Russian Roulette<\/em> von Nakahara Meiko, das erste Op zu <strong>Dirty Pair<\/strong> (1985).<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube U7tfq4gV0r4]<\/p>\n<p>Dieses Opening ist ein klassischer Ohrwurm, sehr eing\u00e4nglicher Pop-Rock, klarer, simpler Gesang, ganz im Stile vieler 80er Popsongs.<br \/>\nIch finde die Idee interessant, die beiden Heldinnen Kei und Yuri im Hintergrund auf einem Bildschirm und im Vordergrund vorbeiziehende Passanten zu zeigen. Dann wiederum gef\u00e4llt mir die dynamische Animation und das sexy Character Design der Girls; beides tr\u00e4gt die Handschrift von Tsukasa Dokite, ein fr\u00fcher sehr gefragter Animator (Urusei Yatsura, Giant Gorg, Dirty Pair, Project A-Ko, Maison Ikkoku&#8230;). Zusammen mit Animatoren wie Moriyama Yuuji war er verantwortlich verantwortlich, dass sich gegen Mitte der achtziger Jahre sexy-niedliche Animedesigns in dieser Form entg\u00fcltig durchgesetzt und bis in die Neunzigern hinein gehalten hatten.<\/p>\n<p>Wenn man eine Liste von Klassikern der Achtzigern erstellen will, darf <strong>Kimagure Orange Road<\/strong> (1987) nicht fehlen, <em>der<\/em> Urgrossvater von romantisch-nostalgischen Dreiecksbeziehungskisten schlechthin. Eine der grossen St\u00e4rken der Serie liegt im Umgang mit seiner Hintergrundmusik (Pop &amp; Easy listening Jazz von Sagisu Shiroh, bekannt u.a. f\u00fcr Evangelion, Nadia und KareKano) und seinen Openings &amp; Endings, gesungen von talentierten S\u00e4ngern wie Wada Kanako oder Masanori Ikeda. Musik war bei Orange Road Qualit\u00e4t, die hochgetrieben wurde; unter anderem hatte selbst Miyazakis Hauskomponist Joe Hisaishi f\u00fcr Orange Road ein St\u00fcck komponiert.<\/p>\n<p>Das erste Opening von Orange Road, <em>Night of Summer Side<\/em>, von Masanori Ikeda.<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube 2Oa3oOmIYvE]<\/p>\n<p>Na, habt ihr sie gez\u00e4hlt, die Schnitte? :-)<\/p>\n<p>Ich bin nach 30 Sekunden auf ca. 73 Schnitte gekommen, weiter habe ich nicht mehr gez\u00e4hlt. In Anbetracht dessen, dass die Schnitte perfekt dem einfachen Grundbeat folgen und gegen Ende teils noch zunehmen, d\u00fcrften es locker gegen die 250-300 Schnitte sein. Das d\u00fcrfte die bisher h\u00f6chste Schnittfrequenz in einem offiziellen Anime-Opening sein.<\/p>\n<p>Die verschiedenen Openings und Endings von KOR gehen teils recht spielerisch und experimentell mit der Ausdrucksform Animation um. Es gibt schnelle Schnitte, eine Collage f\u00fcgt sich zusammen, es herrschen grobe s\/w-Skizzen, es wird mit Sand animiert, usw. Damit folgten die Macher einem Trend, der damals von Urusei Yatsura eingel\u00e4utet worden war und sich dann in selben Jahrzehnt durch weitere Serien wie Maison Ikkoku oder Ranma weitergezogen hatte. Das zweite Opening von Orange Road, <em>Orange Mistery<\/em> &#8211; gesungen von Nagashima Hideyuki &#8211; ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, wie Freiheiten innerhalb des festgelegten kommerziellen Rahmens f\u00fcr visuelle Experimente ausgenutzt wurden.<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube cx7ki1Lt5To]<\/p>\n<p align=\"center\">\n<p>Ausser der animierten Band besteht der Clip fast ausschliesslich aus Auschnitten der ersten Folge und des ersten Openings, und das komplett in schwarzweiss, teils mit Verzerrungen, Verlangsamungen und Mehrfach-Belichtungen verfremdet. Kennt ihr Openings von neuen Animes, die so extrem mit den Bildern und Schnitten experimentieren? Ich nicht.<br \/>\nZu den beiden Liedern von Masanori Ikeda und Nakashima Hideyuki darf man geteilter Meinung sein: G\u00e4ngiger 80er Jahre (Schnulze-)Pop, mal etwas besser, mal etwas schlechter, mit allzu offensichtlichem Synthesizer-Schlagzeug. Ich finde sie ganz ok, aber in den absoluten Olymp meiner Lieblingslieder schaffen es beide nicht. Ganz gelungen finde ich jedoch, dass sie Nostalgie nach einer, hmm, sagen wir mal nach &#8220;vergangener Jugendzeit&#8221; verstr\u00f6men, besonders <em>Orange Mistery<\/em>.<\/p>\n<p>Vorhin hatte ich den Namen <strong><em>Kanako Wada<\/em><\/strong> fallen gelassen. Kanako war eine extrem talentierte Pops\u00e4ngerin, die neben einigen Singles zu Orange Road von 1986 bis 1993 sechs verschiedene Solo-Alben herausgebracht hatte; dann war sie pl\u00f6tzlich von der Bildfl\u00e4che verschwunden. Und das ist ein Jammer, denn Kanako Wada hat schlicht eine sagenhafte Stimme, die im Gegensatz zu vielen anderen Anime-S\u00e4ngerinnen sehr ausdrucksstark ist. Aber h\u00f6rt selbst: <em>Salvia no hana no you ni<\/em> &#8211; ein Ausschnitt aus Folge 22 (\u00fcbrigens, ich liebe die Animation und den verdutzen Ausdruck von Madoka bei 2:05), bei dessen franz\u00f6sischen Ausstrahlung 1993 einfach der gesamte Gesang der Zensur zu Opfer gefallen war.<\/p>\n<p align=\"center\">[youtube k-aXx6TrfmY]<\/p>\n<p align=\"center\">\n<p>Na, was meint ihr? Ich mag das St\u00fcck einfach, wie alle Lieder von Kanako, die sie f\u00fcr Orange Road gesungen hat. Zu Orange Road k\u00f6nnte ich noch eine Menge mehr schreiben, doch das f\u00fcr ein Andermal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, ich lasse mein Blog nicht untergehen; er wird weitergef\u00fchrt. 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