Liebe, Sex und Zwischendurch (Kodomo no Jikan)

Bloged in Manga by Ataru Saturday August 11, 2007

Meine Damen und Herren, haltet euch fest: Heute erzähle ich euch was Deftiges über Liebe, die Kontrolle über den Körper von Jungfrauen und Sex. Das alles im Zusammenhang mit dem Skandalmanga Kodomo no Jikan, der in den letzten Monaten wegen seines Inhalts im Westen viel von sich reden machte und um den es mir eigentlich geht. Doch zuerst eine längere Einführung in den Auslöser für den heutigen Beitrag:

[Achtung, folgende Bilder sind teils nicht worksafe!]

Kodomo no Jikan ist ein erfolgreicher Comedy/Drama-Manga, der seit 2005 in der Monatszeitschrift Comic HIGH! erscheint, ein Magazin mit dem Untertitel „Girlish Comics for Boys and Girls“. „Kodomo no jikan“ heisst übersetzt grob „Kinderzeit“. Die Geschichte handelt von einem jungen unerfahrenen Klassenlehrer, der es mit drei speziellen Drittklässlerinnen zu tun kriegt. Eine davon, Kokonoe Rin, verliebt sich in den Lehrer und versucht alles, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Sie setzt dafür oft ihre Sexualität ein, und hier liegt der Hauptgrund, wieso der Manga im Westen so kontrovers ist. Rollen wir diese Geschichte mal kurz auf. Es ist ein Drama in 3 Akten.

Nachdem Ende letztes Jahr bekannt wurde, dass der amerikanische Mangaverlag „Seven Seas Entertainment“ die Rechte zu Kodomo no Jikan (von nun an „Kojika“) gekauft hatte und den Manga unter dem Titel „Nymphet“ im umfangreichen Stil veröffentlichen wollte, wurde unter amerikanischen Mangafans Kritik laut. Der Manga sei was für Pädophile und völlig inakzeptabel. Nicht Wenige befürchteten, dass der Manga in die falschen Hände geraten könnte und dann ein schlechtes Bild auf Manga und Mangafans werfen würde – wenn nicht gar ein Verbot aller Manga nach sich ziehen würde. Zwei aus dem Kontext herausgerissene Seiten des Manga machten in diversen Diskussionsforen die Runde und führten dann dazu, dass der Manga in einer Rubrik des Anime News Service (kurz ANN) beiläufig als einfaches Futter für Leser mit pädophilen Neigungen abgestempelt wurde, was schliesslich zu einer wochenlangen Debatte führte.

Das war der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte: Seven Seas Entertainment zog Kojika Ende Mai zurück mit der Begründung, dass keiner der Zwischenhändler seine Finger an diesem Titel verbrennen wollte. Weil das nicht reichte, bezog der Hauptverleger persönlich zum Inhalt Stellung und sagte, der Inhalt sei für amerikanische Verhältnisse „unangebracht“ (es wurde speziell auf Kapitel 19, S.21-23 verwiesen). Das, obwohl wenige Tage zuvor derselbe Verleger in der Kontroverse den Inhalt noch in Schutz genommen hatte.

 

Was ist denn an Kojika auf den ersten Blick so schlimm? Nun, es kommt in praktisch jedem Kapitel mindestens ein schlüpfriger Gag vor, der sich um die Grundschülerinnen dreht. Besonders heikel wird es dann, wenn Rin, die frühreife 9-jährige Hauptfigur des Manga, ihren 23-jährigen Klassenlehrer Aoki mit Sticheleien ärgert: Sie klammert sich an ihm fest, zeigt ihm ihre Schlüpfer, versucht ihn, mit erotischen Posen aus dem Konzept zu bringen, macht sonst unmissverständliche Andeutungen, usw. Drehen sich die schlüpfrigen Gags nicht gerade um die Beziehung zwischen Rin und Aoki-sensei, dann zwischen Rin und Mimi Usa, eine schüchterne Freundin und Klassenkameradin, die für ihr Alter einen grossen Busen hat und deswegen von Rin neckisch begrabscht wird.

 

Der Inhalt gibt jedenfalls viel her, das auf den ersten Blick bedenklich wirkt. Die freizügigen Bilder verstärken dies nur: Um Himmels Willen, 9-jährige Mädchen, die fetischisiert und sexualisiert werden? Spinnen denn die Japaner? Was soll das?

 

So einfach ist das nicht. Dahinter steckt (viel) mehr. Zuerst will ich „Kojika“ ein stückweit von den härtesten Anschuldigungen in Schutz nehmen, die dem Titel von westlichen Mangafans oberflächlich entgegengebracht wurden. Dann werde ich die Eskapaden von Rin in einem grösseren Kontext von Liebe, Sexualität und den tabuisierten Körper von jungen Frauen in Japan stellen.

Zuallererst müssen wir uns drei Dingen bewusst machen, bevor wir uns an einem Manga wie Kodomo no Jikan nähern sollten:

1.) Comic HIGH! ist, trotz des Übertitels “Girlish Comics for Boys and Girls”, in erster Linie für männliche Mangafans im Studentenalter gedacht. Es will mit Geschichten punkten, die einen speziellen „Shôjomanga-Touch“ haben. Es sollen nicht etwa der Durchschnitts-Mangaleser angesprochen werden, sondern Otakus, denen Fan-Konzepte und Fetische wie „yuri“, „tsundere“ (Harte Schale, weicher Kern), „lolicon“ (Lolita Complex) oder „moe“ (ein Gefühl der Liebe und Begehrtheit, die man einer Figur instinktiv entgegenbringt) geläufig sind.

2.) Der Autor, Watashiya Kaoru, ist eine Frau.

3.) Kojika ist ein Comic. Er nimmt zwar Bezug zur Realität, bildet sie jedoch nicht genau ab, sondern verzerrt sie.

4.) Manga sind Comics, die von Japaner für Japaner gedacht sind, nicht für uns. Das mag einleuchten, doch das vergessen Fans im Westen immer wieder. Mangas stammen aus einer anderen Kultur und nehmen Bezug auf diese Kultur, ob als kritische Hinterfragung, oder Satire, Parodie, usw. Was dem abendländischen Leser mit seiner christlichen Wurzeln eigenartig bis abartig erscheint, muss für den japanischen Leser mit seiner buddhistischen/konfuzianischeen Prägung und shintoistischen Wurzeln noch lange nicht sein. Gerade in Sachen Liebe und Sex unterscheidet sich Japan als andere, nichtwestliche Moderne merklich vom Westen. Dazu später mehr.

 

Aus Punkt 1 folgt, dass sich das Magazin zwar an männliche Fans richtet, die sich an Gag- und Alltagsgeschichten mit niedlichen Frauenfiguren erfreuen, um gar keinen Fall handelt sich dabei allerdings um ein Pornomagazin, was pornografisch explizite Bilder und Situationen für sämtliche Fortsetzungsgeschichten kategorisch ausschliesst. So schlüpfrig die Gags in Kojika auch sind – man sieht die Minderjährigen teils in Unterwäsche oder gar nackt, es wird der Busen begrabscht, usw. – und wie heikel manche Situationen erscheinen mögen, der Manga geht nie weiter als das: Eine explizite Sexszene mit Minderjährigen oder anatomische Details des Intimbereichs ist in diesem Manga von vorherein ausgeschlossen. In einem Interview hat Watashiya Kaoru explizit darauf hingewiesen, dass sie mit Kojika zwar die Grenzen der Erlaubten in herkömmlichen Magazinen testen will, sie jedoch darauf besteht, dass es sich dabei nicht um einen H-Manga handelt.

Stellt sich die Frage, ob es denn überhaupt angebracht ist, schlüpfrige Gags über kleine Mädchen zu machen, ja sie zu Comedyzwecken gar halbnackt oder nackt zu zeichnen. Hier geht ein sehr weites Feld auf. Zuerst muss einem klar werden, dass es sich bei Kojika eben um einen Comic handelt, der mit der Realität spielt, nicht um die Realität selbst, und dass Nacktheit in Japan einen anderen Stellenwert hat als in unserer Kultur.

 

Die Figuren in Kojika sind teils stark überzeichnet, besonders die frühreife Rin, die sich in Sachen Sex ziemlich abgeklärt gibt, und die verwöhnte Kuro Kagami, die mit ihren Kleidern ein halbes Costume Play zelebriert. Auch wenn Kinder und junge Teenager in der heutigen Zeit bereits früh über sexuelle Details Bescheid wissen und sich aufgeklärt geben, Figuren mit einem extremen Verhalten wie Rin oder Kuro existieren so in der Realität nicht. Sie entstammen aus der Reich der Fantasie und sind ein Zerrspiegel der (japanischen) Realität. Im Fall von Rin wird auf das Konzept des „Masegaki“ zurückgegriffen, dem frechen, frühreifen Kind, und es wird übertrieben dargestellt. Zudem entsprechen Figuren wie Rin, Mimi und Kuro gewissen Fan-Fetischen, wie sie die Leser des Magazins erwarten: Da wäre etwa Mimi, die scheue und unschuldige Meganekko (Brillenträgerin), oder Kuro, die stets in piekfeinen Kleidern herumläuft und wie ein frühreifes Gothic-Lolita Girl aussieht. Dass der Manga in der ganzen Shôjo-Kultur eingebettet ist, die seit den Achtzigerjahren in der japanischen Gesellschaft und Kulturindustrie gross aufgekommen ist, brauche ich wohl nicht speziell hinzuweisen. Nacktheit an sich ist in Japan durch die Bade- und Reinheitskultur wiederum längst nicht so tabuisiert wie bei uns, wo sie automatisch mit Sex und Sünde in Verbindung gebracht wird.

 

Punkt 2 erwähne ich extra, da ich das Argument gelesen habe, dass es irrelevant sei, ob ein Mann oder eine Frau den Manga zeichnet, mit der Begründung „Frauen können genau so schlimm sein wie Männer“. Und doch ist dieser Punkt wichtig: In Japan sind die Geschlechter weitaus getrennter als bei uns. In einem Umfeld, wo konservative Gesellschaftswerte für die Frauen traditionelle Lebensentwürfe vorsehen wie Ryôsaikenbo (gute Ehefrau- Weise Mutter), fliesst unweigerlich was in die Popkultur hinein, ob bewusst oder unbewusst. So auch bei Kojika. Und hier wird die Sache spannend:

Kojika ist ein Manga, der als Kommerz-Manga einerseits konservative Gesellschaftswerte vermittelt, und andererseits sich ein stückweit gegen diese auflehnt. Unter der Fassade eines simplen Comedy/Drama-Manga brodelt ständig was, das sich Luft verschaffen will.

Laut Watashiya Kaoru geht es in Kojika primär um Liebe, und zwar um eine verbotene Liebe (kindan no ai): Eine zwischen einer minderjährigen Schülerin und ihrem erwachsenen Lehrer. Was heisst jetzt Liebe im Kontext der japanischen Gesellschaft? Wie hängt diese mit Sex zusammen und wie zeigt sich beides in der Handlung des Manga?

Liebe war in Japan bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein eng mit Sex verbunden. Es gab keine deutliche ideologische Zweiteilung zwischen der platonischen Liebe und der körperlich-geschlechtlichen wie im Westen. Das änderte sich jedoch nach dem zweiten Weltkrieg: Unter der Besatzung Japans durch die USA 1945-52 wurde von japanischer Seite das Erziehungssystem reformiert. Eine der Reformen war Junketsukyôiku (純潔教育), die „Erziehung zur Reinheit“.

Junketsukyôiku war in erster Linie Erziehung in Sexualmoral. Die Idee war, den Schülern ein gesundes Verständnis für Sex anzuerziehen. So wurde etwa die gegenseitige sexuelle Anziehung zwischen Jungen und Mädchen als was Reines und Natürliches verkauft – so wie die unschuldige Liebe zwischen zwei Geschwistern. In Wirklichkeit ging es bei Junketsukyôiku jedoch um was ganz Anderes. Es ging 1.) um eine staatliche Kontrolle der Gesundheit 2.) eine Aufwertung der japanischen Gesellschaft, um damaligen westlichen Moral-Standarts zu genügen und 3.) um die Kontrolle über die weibliche Sexualität.

Das Ziel dahinter war zunächst, junge Frauen von Prostituierten zu trennen. Aus diesem Grund wurde in der „Erziehung der Reinheit“ die Idee der platonischen, nicht-körperlichen Liebe propagiert, und deren repräsentative Trägerinnen sollten Schülerinnen sein. Bei Junketsukyôiku ging es in Tat und Wahrheit nur um die Erziehung der Schülerinnen, nicht um die Jungen. Hinter der Erziehung der Reinheit steckte der Wunsch des Patriarchats, Frauen zu kontrollieren und sie zu dem zu formen, was man(n) sich wünschte: Ryôsaikenbô (gute Ehefrau- Weise Mutter). Es wurde den Schülerinnen sexuelle Enthaltsamkeit gepredigt und eingeredet, wie wichtig ihr jungfräulicher Körper für ihre zukünftige Rolle als gute Ehefrau und weise Mutter sei und worauf sie achten sollten, um ein gesundes Leben zu führen. Der Körper von Schülerinnen wurde dadurch auf symbolische Art und Weise schützenswert und tabuisiert. Die Schülerinnen und generell alle junge Frauen wurden zu Trägerinnen eines Körpers, der nicht ihnen gehört, sondern dem Patriarchat (den Vätern und zukünftigen Ehemännern) als rechtmässige Besitzer.

 

Bereits nach wenigen Jahrzehnten war das neue Verständnis für Sex und Liebe von der Bevölkerung stark verinnerlicht. Extreme Auswirkungen dieser Sexualmoral zeigten sich dann später in den Neunzigerjahren, als Enjokôsai (bezahlte Datings) von Schülerinnen ein grosses Thema wurde, und das Interesse von erwachsenen Männern an jungen Frauen, also generell an der Shôjo-Kultur, weiter wuchs.

Enter Kojika:

Wir erinnern uns: Ideologisch gesehen gehört der Körper einer Shôjo nicht ihr, sondern dem Patriarchat, und Liebe sollte idealerweise vom Körper unabhängig und rein platonisch gesehen werden. Junge Frauen sollten sexuelle Enthaltsamkeit üben und auf ihren „Jungfrauenkörper“ aufpassen. Was passiert in Kojika?

Die 9-jährige Kokonoe Rin ist sich ihres tabuisierten Körpers voll bewusst und setzt ihn konsequenterweise zu ihren eigenen Zwecken ein.

Rin zeigt schon in den ersten Seiten des Mangas ein grosses Interesse an ihrem Lehrer Aoki. Es stellt sich früh heraus, dass Aoki sexuell ziemlich unerfahren ist, was ihn zu einer perfekten Zielscheibe für Spott und Spässe der frühreifen Mädchen macht: Rin provoziert Aoki, indem sie sich ihm als leicht zu vernaschende Lolita präsentiert, was ihn in Verlegenheit bringt, und die zickige Kuro beschimpft ihn vor der ganzen Klasse ständig als „Jungfrau“.

Im Verlauf der Handlung wird deutlich, dass Rin sich in Aoki verliebt, und dass sie mit ihrem Erziehungsberechtigter Reiji – einem jungen Cousin ihrer verstorbenen Mutter – zu zweit lebt. Von da an ist unklar, wie es um Rins Erfahrungen mit Sex steht. Wie kommt es, dass sie sich sexuell so bewusst und aggressiv gegenüber ihrem Lehrer verhält? Wurde sie womöglich von Reiji missbraucht? Der Manga lässt diesen Punkt bisher offen. Klar ist, dass Reiji in Rin seine verstorbene Geliebte, Rins Mutter, sieht, und er wünscht sich, später mit ihr wieder zusammen zu kommen. Eine sehr heikler Umstand, was Rin allmählich merkt.

Rin fühlt instinktiv, dass sie von Reiji beschützt werden muss, und sie sieht dafür ihren Lehrer und einseitige Liebe Aoki als möglicher Retter. Neben all den Sticheleien, die Rin aus kindlicher Schadenfreude Aoki zufügt, sind ihre sexuellen Streiche auch ein Hilferuf. Sie versucht, ständig Aokis Aufmerksamkeit zu gewinnen, und gleichzeitig will sie, dass er sie als begehrenswerte Frau sieht, nicht als Kind.

Für beides setzt sie ihren Körper ein: Um (körperliche) Liebe und Aufmerksamkeit zu gewinnen. Hinzu kommt noch, dass Rin ihren tabuisierten Körper auch des Öfteren zur Einschüchterung einsetzt: Sie ist sich bewusst, dass Aoki wegen unzüchtigen Verhaltens seinen Job verlieren könnte, oder auch mächtig viel Ärger mit Reiji kriegen könnte. Deshalb bringt sie Aoki in Bedrängnis, sobald sie merkt, dass er sie nicht ernst nimmt oder sein romantisches Interesse einer anderen, erwachsenen Frau gilt. Rin macht ihren Körper da aus Eifersucht zur Waffe.

 

Wichtig an dieser Stelle ist festzuhalten, dass Rins Verhalten ganz und gar nicht dem entspricht, was man(n) idealerweise von einer Shôjo erwartet. Rin überschreitet mit ihrem Verhalten eine Grenze, was erzählerisch sowohl positiv wie negativ konnotiert ist. Positiv, weil sie der eigene Herr über ihren Körper ist und sich nicht darum schert, was das Patriarchat eigentlich gerne hätte: Brave Mädchen. Negativ wiederum, weil diese Grenzüberschreitung eine zu starke Bedrohung für den eigentlichen Leser des Comics ist. Aus diesem Grund ist Rin extrem verniedlicht, und es wird in der Erzählung immer wieder angedeutet, wie wichtig es für sie und andere ist, sich auf andere verlassen zu können, was eine konservative Message ist.

 

Sehr konservativ ist z.B. auch das Idealbild hinter Usa Mimi: In Kapitel 28 stellt sie ihren Körper Rin zu Verfügung, als diese krank im Bett liegt und sich wünscht, an Mimis Brüsten saugen zu dürfen (ein klarer Wunsch, wieder Kleinkind zu werden und eins mit der Mutter zu verschmelzen). Usa erfüllt ihr diesen Wunsch und nimmt dadurch auf symbolische Art und Weise eine fürsorgende Rolle als Ersatzmutter ein.

 

Wie wir gesehen haben, ist das Thema Sex und Lolicon-Fantasien in Kodomo no Jikan nicht so einfach, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Klar, der Comic richtet sich an männliche Mangafans und bietet für diese viele Fetische, doch gleichzeitig versucht die Autorin, mit diesen Fetischen zu spielen, zu schocken und ein stückweit sich gegen Idealvorstellungen des Patriarchats über Frauen aufzulehnen. Ich finde, das gelingt ihr für einen Kommerzmanga dieser Art eigentlich recht gut.

20 responses to “Liebe, Sex und Zwischendurch (Kodomo no Jikan)”

  1. avatar marco says:

    Auch wenn in all denn Jahren der Auslandmarkt (z.B. USA, Frankreich, etc.) sicher eine beachtliche Grösse angenommen hat für denn einen oder anderen Publisher, es bleibt für die halt noch immer ein schönes finanzielles Goodie – mehr nicht, darum werden sie ganz sicher nicht anfangen auf uns Rücksicht zu nehmen, einzige Ausnahme sind grosse ausländische Sponsoren. Es ist halt so all unsere geliebten Anime’s und Manga’s sind VON Japanern FüR Japaner gemacht, FERTIG – da gibt es nichts zu rütteln ! Wer dies nicht versteht bzw. verstehen will hat sein Hobby nicht richtig kapiert bzw. nimmt es nicht richtig ernst.

    Was das Verhalten vom Verlag „Seven Seas Entertainment“ in denn USA angeht, hhhhmmm… also diese Geschichte kommt mir sehr bekannt vor: Zuerst was einkaufen aber sich vorher nicht richtig damit beschäftigen und am Ende eine 180° Wendung zu machen sobald brenzlig wird ….. da gab es doch auch einen Verlag in Deutschland wo das machte ;)

  2. avatar Ataru says:

    Ja, das Verhalten von SSE war schon daneben. Mir ging es gegen den Strich als ich im persönlichen Blog des Verlegers und anderswo von ihm selber las, dass die ausländischen Pro-Bewürworter des Mangas nur gut über den Manga reden würden, weil sie selber kein Japanisch könnten und deshalb keine Autorität hätten für die Beurteilung; ganz im Gegensatz zu ihm. Das fand ich doch ziemlich arrogant.

    Mit dem Argument “Manga = Comic von Japaner für Japaner” meinte ich mehr den kulturellen Aspekt von Manga. Es ist hingegen schon so, dass der ausländische Anime-Markt mehr und mehr (überlebens)wichtig für den japanischen Anime-Markt wird. Einerseits fliesst verstärkt ausländisches Kapital in den jap. Animemarkt, andererseits erhoffen sich die Japaner, von den ausländischen Animemärkten (v.a. den USA) zusätzliche Einnahmen für ihre Serien und Filme. Es taucht in jeder Anime-Season mindestens eine Serie auf, bei der man das Gefühl kriegt, hier wollten die japanischen Produzenten neben japanischen Fans speziell auch ein US-Publikum ansprechen. Zum Glück belassen es aber die japanischen Studios, sich zu stark an den Geschmäckern des Auslands anzupassen, und produzieren immer noch in erster Linie für ein jap. Publikum.

    Mehr über dieses Thema findet man z.B. bei Ask John:
    http://www.animenation.net/news/askjohn.php?id=1588

  3. avatar Kilano says:

    Wirklich gut geschrieben Ataru, ich habe mich auch schon seit längerer Zeit mit speziell dem Thema befasst, da die Schreie der Personen die eigentlich so garkeine Ahnung haben einfach zu nervig wurden.

    Ich erwarte bzw. hoffe das der Manga wie auch die Anime Serie am ende das rüberbringen können, waa gemeint ist.

  4. avatar Ataru says:

    Danke für die netten Worte, Kilano.
    Ich freue mich auch auf den gleichnamigen Anime. Der Trailer auf YouTube sieht nicht schlecht aus. Die Character Designs scheinen denen des Manga sehr genau nachempfunden zu sein. Einzig die Musik (wahrs. das Opening) klang ziemlich überzuckert, und von den Ausschnitten her ist mir nicht so klar, ob die Figuren der Erwachsenen (Aoki, Reiji, Hôin und Shirai) ebenso bedeutend sein werden wie im Manga, oder ob die Serie stärker auf die Mädchen fokusiert sein wird. Lassen wir uns in ein paar Wochen also überraschen.

  5. avatar fanyi says:

    Man sollte den Einfluss des ausländischen Marktes auf Manga und Anime (Games sowieso) nicht unterschätzen. Gerade die ganzen High-Budget-Sachen können ohne einen ausländischen nicht überleben.

    In der letzten Funime (49) hab ich übrigens meine Sicht zu der ganzen Nymphet-Sache geschrieben: http://www.tomodachi.de/html/archiv/funime/funime49.html

  6. avatar Ataru says:

    Hallo Fan-Yi

    Ich kann von meinem Computer aus nicht auf das Archiv der Tomodachi zurückgreifen (und das schon seit langem), aber dein Artikel wurde mir skandalöserweise von jemanden per PDF zugeschickt ;-)

    Du hast mit der Symbolhatigkeit des amerikanischen Markts recht, aber ich denke weniger, dass er wirtschaftlich wichtig für Amerika ist (Japan: 100’000 + Auflagen. Amerika? …. bei Nischentitel wie KnJ vielleicht 3000-6000 Stück?)

    Eigentlich stimme ich mit dem Grundton deines Artikels überein, ausser dem Satz, dass der Manga “auch Pädophile bedient.” Ich trenne die Art von cartoonhaften Abbildern ganz klar von dem, was Pädophile normalerweise zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse konsumieren. Vielleicht haben du und ich auch einfach eine gänzlich andere Vorstellung von “Pädophile” und “Pädophilie” (ein sehr heisses Thema, auf dessen Äste ich mich nicht herauswagen will).

  7. avatar fanyi says:

    Auch wenn ich nicht zu den Verehrern des prepubertären Körpers zähle, kann ich mir doch sehr gut vorstellen, dass die auch ihren Spaß an dem Werk haben. Natürlich nicht zur gänzlichen “Befriedigung ihrer Bedürfnisse”, dafür gibt es schließlich die 18er-Ecke. ;)

    Achja, den Maulwurf kriegen wir und dann wird er brennen… :))

  8. avatar Elisa says:

    Wow, ich wollte eigentlich nur mal wieder reingucken und bin hier hängengeblieben. Sehr interessante Hintergrundlektüre, bisher hatte ich nicht wirklich ne Ahnung davon und hatte auch nix weiter gelesen (außer Fan- Yis Artikel zu einem anderen Anime). Dank dieses ausführlichen Artikels kann ich nun auch mit Hintergrundanalyse und Erklärung im Hinterkopf mitreden.
    Danke!

  9. avatar Torben says:

    Wow, sehr genaue und gute analyse des Mangas und der Hintergrundgeschichte, danke dir vielmals. Besonders der Anspeckt mit dem “jungfräulichen” Körper war mir nicht in dem Umfang bewust und welche Konsequenzen es damit birgt. Es bringt doch sehr viel wenn man sich mehr mit der Geschichte Japans auskennt und denn Manga ein zweites mal liest. Hoffe das es weiter so geht mit der Stroy, kann und will aber garnicht abschätzen wie das ganze ausgeht, nach “School Day” bin ich doch noch immer ein wenig geschockt…auch wenn das schon ein paar Wochen zurück liegt…

  10. avatar Mooni says:

    Ein sehr guter Artikel. Als ich vom Manga erfahren habe, hab ich nur die Augenbrauen gehoben und gedacht “Nee, nicht schon wieder”. Ich mag diese Art von Manga nicht, bin da sehr sehr skeptisch gegenüber. Natürlich mag ein “Hardcore-Padophiler” – wenn ich das mal so sagen darf – nicht allzu grosses Interesse an diesem Manga haben und doch geht der Manga in diese Richtung, einfach nur schon deshalb, weil 9-jährige, wie frühreif auch immer, als bewusst sexuelle Objekte dargestellt werden. Ich finde es schon nicht gut, wenn man 16-jährige (die auch noch minderjährig sind) vom Stil her als sehr jung darstellt. Aber gut, dagegen kann ich nicht viel machen, ausser mich aufregen, was leider nichts bringt.

    Du magst Recht haben, dass es in diesem Manga viele mehr oder weniger versteckte sozialkritische Anklagen gibt, die an und für sich sehr interessant sind. Jedoch finde ich nicht, dass sie es legitimieren, so sehr ins “Pädophile” abzudriften. Warum? Weil ich nicht glaube, dass die Autorin den Manga so und nicht anderst gemacht hat, um auf ein paar Defizite in der japanischen Gesellschaft hinzuweisen und die Leute/Leser “aufzurütteln”. Sie hätte den Manga ernster und “realistischer” zeichnen können und so das Sozialkritische mehr hervorheben. Aber natürlich hat sie das nicht gemacht, denn sonst wäre der Manga nicht “mainstream”, nicht kommerziell genug. In dieser Aufmachung und die ernsten Themen so schön ganz weit hinten im Hintergrund lässt er sich aber toll verkaufen. Ein Rezept vieler Mangas.

    Oder willst du etwa behaupten, dass wenigstens ein grosser Teil jener, die den Manga lesen und/oder den Anime schauen, die ernsteren Töne und was diese bedeuten erkennen?
    Tut mir Leid, aber das glaube ich nicht.

    Ich will hier nicht mit Schildern und Parolen und so gegen “solche” Mangas wettern, ich will nur meine Meinung dazu kundtun. Ich wünschte, es gäbe solche Mangas/Animes nicht, doch sie verkaufen sich nun einmal und was sich verkauft, wird leider Gottes (bin nicht gläubig!) genutzt. So ist’s nunmal.
    Was mir einfach lieb wäre, ist, dass man “besser” darüber redet bzw. diskutiert. Dein Artikel ist ein gutes Beispiel dafür. Jedoch zielt er für mich zu sehr darauf ab, den Manga zu “verharmlosen”. Wie du gesagt hast, die Autorin hat sich was dabei gedacht, was gutes, was nicht nur in Japan mehr zur Sprache kommen sollte, nämlich die Tabuisierung des weiblichen Körpers bzw der weiblichen Sexualität. Aber die Art wie sie es umgesetzt hat, finde ich nicht gut, nicht passend. Man hätte es um einiges besser machen können. Das wiederum zeigt, warum ich nicht glaube, das der Autorin dieses Thema sonderlich wichtig für ihren Manga ist. Es spielt nur eine kleine Rolle, wird nur ein bisschen angesprochen, nur ein wenig dem Leser bewusst.
    Darum: Der Autorin geht es meiner Meinung nach in erster Linie um kommerziellen Erfolg.

    Deswegen stört es mich, wenn du es so darstellst, als würde diese paar sozialkritischen Töne im Manga alles darin dargestellte legitimieren.

    lg

  11. avatar Ataru says:

    Mooni, zuerst mal Danke für deine ausführliche Meinung und Kritik zu meinem Artikel. Ich verstehe, wieso dich gewisse meiner Behauptungen genervt haben und sehe auch ein, dass du anderer Meinung bist, was sich zu so einem heiklen Thema gehört und was die Sexualisierung der Charaktere angeht (für dich sind es Objekte, ich sehe sie sowohl als Objekte als auch als Subjekte). Bei einigen Punkten muss ich jedoch was klarstellen:

    Natürlich stecken hinter diesem Manga, wie bei den allermeisten eines grösseren japanischen Verlags, kommerzielle Interessen und die Aussicht auf Erfolg. Was anderes habe ich im Artikel nicht behauptet. Selbstverständlich tritt dadurch Sozialkritik automatisch mehr in den Hintergrund, als wenn es sich um einen sehr persönlichen Autorencomic handeln würde; sagen will mal z.B. um einen wie Art Spiegelmanns “Maus”.

    Nichtsdesto trotz nimmt so ein Kommerzmanga Stellung zu den vorherrschenden Gesellschaftswerten, und genau hier finde ich ihn eben interessant, weil er einerseits sehr konservativ ist, indem er diese bestätigt, und andererseits eben auch ein stückweit liberaler scheint als andere, ähnlich gelagerte Geschichten.

    Soweit ich dein Ärgernis verstehe, liegt das Problem meines Artikel darin, dass ich es es stellenweise so geschrieben habe, als ob die Autorin es sich höchstpersönlich auf die Fahne geschrieben hätte, Sozialkritik zu betreiben. Das ist ein Irrtum, denn das hat Watashiya Kaoru, soweit ich weiss, nirgends kundgetan. Das Thema der Verbotenen Liebe (Kindan no Ai) hat sie in einem jap. Interview für die Ladenkette Tora no Ana erwähnt. Der Rest stammt aus meinem Vorwissen, meiner Analyse und Interpretation. Die “Stellungsnahme” der Autorin bzw. des Mangas ist mehr als unbewusster Umgang zu verstehen, die sich erzählerisch manifestiert.
    Ich erlaube mir so eine Interpretation eines popkulturellen Erzeugnisses, weil ich mich in meiner Magisterarbeit für die Uni gerade mit einem ähnlichen Thema vertieft auseinandersetze. Dabei ging es mir auch nie, alles im Manga Dargestelle zu legitimieren, sondern zuerst darum, es von den härtesten, meiner Meinung nach tatsächlich unsachlichen Anschuldigungen in Schutz zu nehmen und dann zu sehen, was für eine erzählerische Funktion sexualisierte Figuren wie Rin einnehmen und wie das in einem grösseren Zusammenhang steht.

    Freilich, man kann den Manga auch verstärkt eine konservative Note attestieren. Wenn ich die letzten paar Kapiteln lese, so scheint die Geschichte darauf hinauszulaufen, dass Rin in Aoki eine Art Ersatzvater sieht, dass alle drei Drittklässlerinnen und Lehrerinnen was “Moe”-haftes an sich haben und Aoki wiederum es als einzige Figur vermag, mit seinem “reinen” Herzen sie zu durchschauen und zu trösten. Das ändert jetzt jedoch nichts Grundlegendes an dem, was ich ursprünglich im Artikel geschrieben habe.

  12. avatar Gast says:

    Ein später Kommentar, aber da klingt vieles an, was ich in meiner zwar nur ein paar Jahre und nicht sehr systematischen dauernden Beschäftigung mit Japan bis heute nicht verstehe. Der Artikel legt zum einen nahe, dass die erziehung zur Keuschheitsmoral – oder wie man es nennen möchte – Strategie des “Patriarchats” seien, sich des Frauenkörpers zu versichern und zur männlichen Verfügung zu halten. Ich glaube, ein Gang in jede x-beliebige Frauenbibliothek führt zu zahlreichen Werken, deren Argumentation genau in die entgegengesetzte richtung zielt – Sex in jedem Alter und jeder Situation sei ein patriarchales Konstrukt zur allzeitigen Verfügbarmachung des weiblichen Körpers. Wie mans dreht – die Männer sind an allem Schuld, und alles ist nicht richtig.

    Die andere Sache ist, dass m.M.n. ein völlig überzogenes positiv-verklärendes Bild von japanischer Einstellung zur Sexualität gezeichnet wird. Ja, Sex ist überall und wird in keiner form os “tabuisiert” wie im Westen, die jungen frauen haben ihre sexuellen Erfahrungen früher als im Westen und gehen damit im Allgemeinen wesentlich pragmatischer um als wir – Geschlechtsorgane als Gebrauchsgegenstände eben. Mag mit der traditionellen Trennung von Sex und Liebe zu tun haben. Ich persönlich weiß nur nicht, wie das funktionieren kann. Was mir bis heute nicht gelungen ist – und das ist das Thema, dass mich am meisten beschäftigt, auch aus privaten Gründen – ein japanisches Konzept von Liebe zu finden. Ich kenne zwar die Begriffe, wenn ich mir aber anschaue, warum die Leute z.B. heiraten, scheint mir gesellschaftlicher Druck als ausschlaggebender als persönliche Gefühle. So weit untersuchen die allgemeinen Reports die Sache dann aber doch nicht. da wird das nur alles als schrill und bunt, und ach wie frei empfunden. Ich glaube, da liegt gesellschaftlich einiges im Argen, aber das wäre ein eigenes Thema. bezogen auf dieses Thema – Mangas, die Kinder in sexueller Weise einbeziehen – scheint mri das weniger Zeichen von größerer Aufgeschlossenheit zu sein, als von einer Denktradition, die wirklich eher den Interessen von Männern entspricht.

    Naja, meine 7.18 En oder so

  13. avatar fyl says:

    Auf welchen Quellen (“Reports”) werden diese Thesen begründet? Wer und wann ist der “Westen”. Und ist shota auch patriarchalische Unterdrückung? So viele Fragen… :)

  14. avatar Gast says:

    Mit “allgemeinen Reports” meinte ich kurze Berichte und Reportagen, die bisweilen im britischen oder deutschen Fernsehen kommen, dabei inhaltlich aber nur an der Oberfläche bleiben und sich auf vordergründige meist Eindrücke (und etwa das, was mit Kameras festzuhalten ist) beschränken. Der Westen ist im Sinne des Ausgangsartikels wohl die USA, andere (europäische) Staaten können dazu auch gerechnet werden. (Die jüngsten Diskussionen darüber, ob Lolicon Mangas kriminalisiert werden sollen oder als Kunst den Status der Freiheit des Ausdrucks genössen, ist ja in nicht unbeträchtlichem Maße dadurch beeinflusst, wie das Ausland diese Dinge in Japan sieht.) Ob shota auch als patriarchale Unterdrückung zu werten wäre – oder wie sonst einzuschätzen – wäre eine interessante Frage. Leider werden solche Dinge, die eingefahrenen Klischeevorstellungen zuwiderlaufen, von der Frauenforschung ausgeblendet, und eine vergleichbare Männerforschung, die sich dieses Themas annehmen müsste, gibt es noch nicht.

  15. avatar Anonymous says:

    lol ich finde diesen Artikel ehrlich gesagt sehr weit hergeholt ^^’ Mal ehrlich wieviele Japanische Frauen sind noch Jungfrau bei ihrer Hochzeit xD? Und glaubst du wirklich das die Mädchen/Frauen so durchsleben laufen und denken “mein Körper gehört nicht mir sondern meinem Vater und meinem Zukünftigem” o_O?

    Ich habe mir KnJ auch angeschaut da dieser Manga von einer Frau stammen soll.
    Und ja das muss man trennen!
    Und ich frage mich bisheute noch wiede eine Frau so etwas Zeichnet?!?
    Mir sind dazu 3 Gründe eingefalleb:

    1. Man fällt damit auf sie wusste damit kann sie gut Kohle machen.

    2. Sie hat ähnliches wie Rin vielleicht erlebt, also war auch als Grundschülerin verliebt und versuchte seine aufmerksamkeit zu bekommen oder hat sich gewünscht mutiger zu sein etc.

    3. Sie wünscht sie immer noch ein Kind zusein und schafft sich Geschichten in die sie sich hineinträumen kann.
    Mal eben stumpf geschrieben…

    Na ja letztendlich würde ich es besser finden wenn es solche Animes/Mangas nicht gäbe.

  16. avatar Ataru says:

    @Gast

    Ich sehe nicht ganz ein, wieso ich jetzt mit westlichen, feministischen (Kampf-) Ansichten zur Frauensexualität an ein Werk herangehen soll, das aus einem völlig anderen Kulturkreis stammt. Zudem ist die Tabuisierung der Sexualität hier auf einer rein kulturtheoretischen Ebene gemeint. Ich bitte dies zu berücksichtigen.

    @Anonymous

    Als Absolvent der Geisteswissenschaften finde ich solche “lol”-Antworten wie die deine mühsam. Wenn du diesen Artikel für so weit hergeholt hälst, wieso zeigst du dann nicht durch ein genaues Zitieren auf, wo meine Interpretation nicht standhalten würde?

    Ich fürchte, du hast dich mit der Thematik noch nie ernsthaft auseinandergesetzt. Es geht nicht darum, ob Frauen in Japan vor der Ehe tatsächlich noch Jungfrauen bleiben oder “so” über ihren Körper denken würden. Hättest du den Artikel genauer gelesen und auch im Ansatz verstanden, wäre dir aufgefallen, dass das Thema des “Besitzes” des Frauenkörpers und der Sexualität/Liebe nicht meine persönliche Meinung ist, sondern rein kulturtheoretisch gemeint ist und unter Gelehrten ernsthaft so diskutiert wird.

  17. avatar Trax says:

    Ich beschäftige mich zur Zeit auch ziemlich ausgiebig mit dem Manga, da ich vor kurzem alle Animefolgen gesehen habe und nun wissen wollte, ob der Manga ausführlicher/besser ist.
    Ich habe 35 der mittlerweile 54 verfügbaren Kapitel gelesen und finde es äußerst bedauernswert, dass dieser Manga wohl niemals Japan verlassen wird.
    Ich kann die Anschuldigungen zwar nachvollziehen, aber nach 35 Kapiteln ist der Manga mehr als nur abstoßender Lolicon Fanservice.
    Ich hätte nicht erwartet, dass dieser Werk derart tiefgründig ist und so viele heikle Problemthemen auf einmal anspricht. Allerdings ist die Verpackung des Ganzen ohne Zweifel fragwürdig und für andere Kulturkreise ungeeignet.

    Ich bin durch Google bei diesem Artikel gelandet, da ich momentan viel nach deutschsprachigen Meinungen/Diskussionen zu Kojika suche.
    Daher habe ich diesen Bericht mit großem Interesse gelesen und danke vielmals dafür ^^

  18. avatar Penny says:

    Ataru danke für diesen Artikel :D

    in meinem Freundeskreis entbrannte vor kurzem genau die selbe diskussion die es KnJ so schwer macht in westlichen gefilden fuß zu fassen.

    Einer aus meinem Freundeskreis hat diesen Manga angesprochen und alle haben es sich mal angeschaut.

    ich habe zur zeit nur alle verfügbaren Anime Folgen gesehen und stimme mit deinem Artikel voll überein. KnJ als pädophiles machwerk abzustempeln ist mir zu Plump gewesen. Ja man sieht teilweise kleine Mädchen nackt und Rin ist ziemlich Offensiv Aoki gegenüber aber ich kann mir kaum vorstellen das das jemanden dazu Animieren wird kleine Kinder zu vergewaltigen oder ähnliches. Im gegenzug aber sieht man viele probleme des Japanischen Kulturkreises angesprochen wenn auch nicht wirklich von der Autorin beabsichtigt. Desweiteren sind die stark Psychologisch ausgeprägten Aspekte kaum von jemanden beachtet worden was ich sehr Bedauerlich finde( leider kommen diese Aspekte nicht ganz im Manga rüber da das *Hören* von gesagtem eine wichtige Rolle dabei spielt).

    Die Diskussion um KnJ und andere Japanische Manga/Anime die sich so stark am Rand wischen Manga/Anime und Hentai Manga/Anime bewegen werden wohl nie und nimmer aufhören und zu hoffen das solche Werke jemals in der Westlichen Welt anerkannt finde ich eher Sinnlos :/

    Sorry für die Textwand bin ziemlich im Stress zurzeit ;)

    Ich hoffe es ist nicht allzu schwer zu Lesen MfG Penny

  19. avatar Penny says:

    oh sorry doppelpost da fehtl ein *werden* zwischen annerkannt und finde im letzen absatzt :(

  20. avatar sasuke says:

    Hi …
    War für Bio hier ist gut aber nicht sehr aufschlussreich dür Sexualkunde ^^

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