Aufholen älterer Serien – Teil 1

Bloged in Anime by Ataru Tuesday January 16, 2007

In diesen Tagen habe ich einige etwas ältere Serien zu schauen begonnen, die in letzter Zeit eine grosse Anhängerschaft im Westen gewonnen haben und auch lizenziert worden sind. Das wären in erster Linie Mai-Hime von Studio Sunrise und Elfenlied von Genco. Daneben habe ich mir noch einige Folgen von Shuffle, Suzuka und Shinigami no Ballad zu Gemüte geführt. Manches an diesen Serien gefällt mir recht gut, Einiges wiederum etwas weniger. Heute zunächst mal meine ersten Eindrücke zu Suzuka, Shuffle! und Mai-Hime.

Suzuka, Folgen 1-2

Eine auf den ersten Eindruck eher uninteressante romantische Alltagsgeschichte, die auf einen erfolgreichen Shounen-Manga basiert. Ein Junge namens Yamato Akatsuki verliebt sich in eine Mitschülerin und begabte Sportlerin namens Suzuka Asahina. Suzuka ist ehrgeizig und etwas kühl im Umgang mit ihm – jedenfalls zu Beginn der Geschichte. Yamato wiederum lebt zusammen mit seiner Tante und seiner jüngeren Cousine, Ayako Fujikawa und Miho Fujikawa – im selben Gebäude wie Suzuka, beide sind Nachbarn. Kommt noch hinzu, dass seine junge Cousine mächtig auf ihn steht.

Eigentlich mag ich Alltagsgeschichten, und ich mag auch Sport-Anime, die in einer gut erzählten Alltagsgeschichte eingebunden sind – ein Paradebeispiel hierfür wäre Adachi Mitsurus Touch. Suzuka jedoch hat mich nach den beiden ersten Folgen mehr gelangweilt als überzeugen können. Zum einen ist die Handlung nicht wirklich gut erzählt – man riecht zu schnell, worauf einzelne Handlungsmomente hinauslaufen (etwa dort, wo Yamatos Worte Suzuka dazu ermutigen, noch höher zu springen) oder wie die Figuren zueinander stehen (ein Konflikt mit der jungen Miho ist da vorgeplant, usw). Zum anderen schreckt mich die doch recht billig wirkende Animation ab. Es wird nur das Allernötigste animiert, und das wiederum einfach ohne stylistische Eigenheiten. Die Character Designs gefallen mir auch nicht so recht. Sie ähneln ein wenig denen eines Harem-Anime, ohne wiederum allzu niedlich wirken zu wollen. Ich empfinde sie – trotz gut gemeinten Vorsätzen – als biederer Durchschnitt. Zugute kann man der Serie lediglich halten, dass Yamato als Hauptfigur keiner der üblichen Losertypen aus Harem-Animes ist, die sich völlig idiotisch benehmen.

Alles in Allem habe ich mich dazu entschieden, die Serie zu pausieren und andere Anime vorzuziehen.

Shuffle, Folgen 1-3

Shuffle basiert auf einem H-Game, und das merkt man dieser Serie aus dem Sommer 2006 auch an. Die Mädchen sind so niedlich gezeichnet, dass bereits deren reiner Anblick ein Besuch zum Zahnarzt auslösen kann – soviel Zucker ist gefährlich. Die Figuren riechen streng nach Moe, dem von japanischen Otakus erfundene und empfundene Konzept des attraktiv Lieblichen bei Mädchenfiguren.

Die Handlung ist zu Beginn recht vernachlässigbar: Ein etwas sarkastischer Typ lebt den feuchten Otaku-Traum eines Harem-Hengstes: Er lebt erstens zusammen mit einer superbraven Mitschülerin, die er von klein auf kennt und die ihm jeden Morgen ein tolles “Ich liebe dich” Lunch-Paket zubereitet. Weiter lernt er in seiner Klasse lernt noch zwei ebenso niedliche Mädels kennen, die jeweils die Töchter von Gott und Satan sind (angeblich koexistiert in dieser Serie die Menschenwelt mit der Welt der Götter und Dämonen, oder so ähnlich). Gott und Satan, höchspersönlich vor der ganzen Klasse anwesend, lassen schnell verlauten, dass unser Harem-Hengst zukünftiger Bräutigam einer ihrer Töchter ist. Er muss sich nur noch für eine der beiden entscheiden …

Wie bereits angedeutet ist die Handlung im Grunde genommen hanebüchener Mist. Es kann sein, dass die Geschichte im späteren Verlauf der Serie mit einigen Überraschungen und unabsehbaren Wendungen aufwartet, aber davon ist hier noch nichts zu spüren. Trotz aller Klischees und Dümmlichkeiten habe ich mich jedoch weniger als bei Suzuka gelangweilt, sondern ganz gut unterhalten. Das hängt einerseits an der erstaunlich hohen Animationsqualität und den gepflegten Character Designs (wer bei Nerine mit ihren spitzen Ohren nichts empfindet, der hat ein Herz aus Stein). Alles wirkt wie ein bunter, detailierter Lolipop. Andererseits gefällt mit der Einsatz vom Sprecher Tomokazu Sugita als Lead-Hengst recht gut. Beides zusammen hat mich gleich von der ersten Minuten an an die letztjährige Erfolgsserie Suzumiya Haruhi erinnert. Ein Blick auf die Credits zeigt jedoch, dass hinter beiden Serien vollkommen andere Macher stehen, was mich ein wenig erstaunt hat.

Shuffle ist kein Meisterwerk, aber auch kein langweiliger Flop. Ich werde wohl einige Folgen weiterschauen, um mir ein genaueres Bild von der Serie zu machen.

Kommen wir mal zu etwas Besserem….

Mai-Hime, Folgen 1-12

Ladies and gentlemen, we have a winner!

Von den in den letzten Tagen begonnenen Serien gefällt mir Mai-Hime von Studio Sunrise zweifelsohne am besten. Mai-Hime ist eine etwas gar verrückte Mischung aus Schulleben-Komödie mit einer grossen Portion Sciencefiction-Action. Pro Folge passiert viel, sehr viel sogar. Die ersten Folge hat mir dabei noch am wenigsten gefallen; dort werden fast zwangsmässig die wichtigsten Figuren zusammengeführt und man hat schlicht keine Ahnung hat, wer was wie mit wem zu tun hat, und wieso: Zwei Geschwister lernen auf einer Schiffsfahrt zu ihrer neuen Schule ein anderes vermeintliches Geschwisterpaar – bald darauf wird aus dem Wasser ein unbewusstes Mädchen herausgefischt (Mikoto, ganz links im Bild), die einige Minuten später sich auf dem Schiff mit einem magischen Schwert ein Kampf mit einem anderen Mädchen (Natsuki, rechts im Bild) liefert. Natsuki will aus einem noch unbekannten Grund Mikoto erledigen. Ich fand diesen Anfang nicht gerade vielversprechend.

Nach den folgenden zwei, drei Folgen jedoch hat mir die Serie immer mehr gefallen. Das liegt einerseits an der guten Mischung zwischen lustiger Komödie, die mit Fanservice nicht geizt (die Mädels sehen gut aus – am besten gefällt mir da Natsuki Kuga – und die Designs sind generell detailiert gezeichnet) und andererseits an gut getimmten und sauber inszenierten Actionszenen.

Ein grosser Pluspunkt der Serie ist die Hintergrundmusik, die bei Actionszenen eine Mischung zwischen pulsierendem Trance mit Chorgesängen oder indischer Sitarmusik ist. Das klingt beim Durchlesen nicht besonders anregend – in Kombination mit rasanten Bildern und spannender Action passt diese Art von Stimmungsmusik jedoch ganz gut zum Geschehen.

Weiter kommt hinzu, dass mich bei dieser Serie die Mechas und die Monsterdesigns nicht stören. Die Mechas erinnern an mechanische Biester und knüpfen somit an die Tradition aus dem Hause Sunrise der Yûsha-Serien (“mutige Krieger”), wo meistens Kinder und junge Teenager mit ihren persönlichen Transformerviechern die Welt vor dem Bösen retten (hui!). Mai-Hime ist eigentlich ähnlich, nur hat es dort auch weit mehr Comedy, Beziehungskiste und eben Fanservice. Nach einigen Folgen kommt auch eine gehörige Portion Dramatik hinzu. Besonders das Ende von Folge 8 sticht da heraus – was dort passiert, ist zunächst wirklich nicht absehbar und auch recht traurig.

Mai-Hime ist definitiv eine Serie, die ich weiterschauen werde. Auch in die Nachfolgeserie, Mai-Otome, werde ich reinschnuppern.

2 responses to “Aufholen älterer Serien – Teil 1”

  1. avatar onitake says:

    hallo ataru.

    einige anmerkungen zu deinen neuen alten serien :)

    suzuka hab ich auch reingeguckt – und es hat mir überhaupt nicht gefallen. ich müsste lügen wenn ich sagen würde dass mir sportliche frauen nicht gefallen, aber solcher fanservice (ja, ich verwende den ausdruck mittlerweile für alles was eine bestimmte gruppe fans ansprechen könnte :) ) kann nicht ausbessern dass die serie eigentlich stinklangweilig ist.
    liebesgeschichten mit mehr pepp gibt es genug, z.b. das gerade aktuelle tonagura!.

    zu shuffle sag ich nix, habe auch das galge noch nicht ausprobiert. die erste folge hab ich mir mal angesehen und zu der zeit hats mich nicht so sehr angesprochen.

    mai hime hingegen – wooooooooo
    ist einer meiner alltime-favourites.
    das einzige manko finde die teilweise vorhandene repetitivität, die ist aber bei weitem nicht so krass wie in anderen serien (i.b. marathonserien wie dragon ball etc.).
    trotz meist gleichen power-attacken (natsuki ist da der platzhirsch) gibt es genug abwechslung; vor allem auch wegen den vielen charakteren.
    die figuren (männlich & weiblich) sind es schliesslich was mich so hingerissen hat. die designs gefallen mir, die charakterzüge sind bunt zusammengewürfelt und nicht total stereotyp, kurz, diese art fanservice trifft genau meinen geschmack.

    vom manga hingegen rate ich dringend ab. nach etwa einem halben band hab ich ihn weggelegt. die zeichnungen finde ich nicht schön, der storyaufbau unzusammenhängend, und der appeal kommt vor allem vom ero-fanservice. die anime-umsetzung ist viel besser durchdacht und technisch besser ausgeführt.

    zuletzt muss ich dich noch über mai-otome warnen: die fortsetzung enthält mehr fanservice, ist aber storymässig sogar noch einen deut besser als mai hime. und lass dich nicht von folge 4 (oder wars 6?) abschrecken. diese sauerei ist nicht repräsentativ für den anime.

  2. avatar Ataru says:

    Hallo onitake, willkommen in meinem Blog!

    Ja, Suzuka fand ich wirklich nicht spannend. Ich stehe auf Beziehungskisten, mit oder ohne Fanservice, und in meiner Bibliothek stehen so Shounen-“Klassiker” wie Katsuras I”s, Orange Road oder selbst Ichigo 100%. Den Manga von Suzuka habe ich auch schon in einem Shop erblickt, aber der hat mich beim schnellen Durchblättern irgendwie gar nicht angetan. Das übergrosse Format der Amis ist mir auch ein Dorn im Auge.

    Mai-HIme habe ich mittlerweile zu Ende gesehen und Ansicht habe ich auch schon geschrieben, nur ist die in der Warteschlange, weil ich mit dem Schreiben und Einfügen von Bildern & passenden HTML Tags so langsam bin (ich verzichte auf den Editor. der funktioniert auf meinen Browser nur mangelhaft). Vom Manga habe ich die Finger gelassen, nachdem ich ein Review über ihn bei animenewsnetwork gelesen hatte. Ich bin mit dem Manga von RahXephon schon genug traumatisiert worden und brauche dasselbe Erlebnis nicht auch noch bei Mai-HIme.

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