Erster Eindruck: Moyashimon 01

Bloged in Anime by Ataru Sunday October 14, 2007

Es gibt sie noch, Anime-Serien, die fernab von ausgetrampelten Pfaden was Neues und Innovatives bieten. Moyashimon – Tales of Agriculture ist so eine Serie. Die erste Folge lässt das übliche Shônen- und Harem-Einerlei meilenweit hinter sich und zeigt, worauf es bei intelligenter Unterhaltung ankommt.

Moyashimon basiert auf dem gleichnamigen Manga von Masayuki Ishikawa. Es ist eine Komödie, die sich um das Collegeleben eines jungen Agronomie-Studenten namens Tadayasu Sawaki dreht, der eine besondere Begabung hat: Sawaki kann Mikroorganismen wie Mikroben von blossem Auge sehen. Er sieht diese aber nicht realistisch wie bei Aufnahmen eines Elektronenmikroskops, sondern als kleine knuddelige Kreaturen, die mit ihm kommunizieren können. Man könnte sagen, Mushishi meets Dennou Coil.

Die Handlung beginnt mit dem ersten Tag von Sawaki an der Universität für Landwirtschaft in Tokyo. Er ist zusammen mit seinem treuen Freund Kei Yûki und wundert sich, wieso so viel Polizei auf dem Gelände anwesend ist. Da Sawaki vom Land kommt, glaubt er, es handle sich um eine “städtische” Sache. Durch verteilte Flyer kriegen beide Studenten heraus, dass eine ältere Studentin namens Hasegawa vermisst wird. Beim durchforsten des weiten Unigeländes stossen beide auf einen kleinen Wald, wo Sawaki in der Luft plötzlich viele Bakterien schweben sieht, die für Verwesung zuständig sind. Sie folgen der Spur und treffen auf eine Lichtung, wo im Boden etwas vergraben wurde und daneben eine kleine Holztafel mit dem Namen “Hasegawa” steht.



Beide alarmieren umgehend die Polizei, die die Lichtung absperren lässt. Als sich die Polizei an die Untersuchungen macht, überschreitet plötzlich ein älterer Herr im weissen Kittel mit einer Schaufel die Absperrung und gräbt die Stelle frei. Zum Vorschein kommt der Kadaver eines grossen Seehundes, der fürchterlich stinkt. Der Mann schneidet ihn auf, und man sieht darin viele verwesende Vögel. Er schnappt sich einen der Vogelkadaver heraus und beisst, zum grossen Horror aller Zuschauer, genüsslich rein. Angeblich geht es ihm dabei um den leckeren Saft des Vogels – die etwas ungewöhnliche Zubereitung ist eine Spezialität der Eskimos.
Es stellt sich schnell heraus, dass dieser ungewöhnliche Mann Itsuki heisst und der zuständige Mikrobiologie-Professor von Sawaki und Yûki ist. Eine hübsche Frau in knappem Lederoutfit taucht auf und beschwert sich lauthals beim Professor. Es handelt sich um die gesuchte Hasegawa, die mit den verwesenden Vögeln ein Experiment durchführen wollte und zwischenzeitlich sich mit Freunden auswärts vergnügen ging.



Im Labor des Professors testen Professor Itsuki und Hasegawa die aussergewöhnliche Gabe von Sawaki. Es zeigt sich, dass Sawaki eine Vielzahl von Mikrobenarten blitzschnell erkennen und auseinander halten kann. So sieht er im europäischen Yoghurt kleine Kreaturen, die ihm fröhlich zuwinken, im japanischen Yoghurt hingegen solche, die sich höflich verbeugen. Hasegawa zweifelt an Sawakis Gabe und regt sich sichtlich über ihn auf. Sie knallt ihm Dutzende Bakterienproben auf den Tisch und verlangt, er müsse sie alle erkennen können, was er dann auch tut. Er wiederum entschuldigt sich nebenbei bei Hasegawa und glotzt dann auf ihre Füsse. Sie vermutet, er sei ein Bondage-Fetischist, doch Sawaki lässt bloss verlauten, ihr Fusspilz sei nicht so schlimm und leicht behandelbar. Die erste Folge endet damit, dass Sawaki aus einem nahestehenden Fenster plötzlich viele Bakterien herausfliegen sieht.




Alles an dieser Serie ist gut: Die verrückten Einfälle, die Animation, die Musik und die Figuren. Besonders die Animation vermag zu überzeugen. Weniger durch die Bewegungen der Figuren, sondern durch den gekonnten Einsatz von Flash/3D-Kreaturen und Mikroben, die sich nahtlos mit der restlichen 2D-Animation vermengt. Wenn Hasegawa z.B. ein Mülleimer öffnet, fliesst ein kleiner Strom von Kreaturen heraus und prallt an Sawakis Kopf, wodurch die Mikroben in alle Richtungen verteilt werden. Die Kreaturen selber sind unglaublich knuffig und erinnern an die netten Viecher in Denno Coil. Grüner Schimmel sieht z.B. aus wie ein kleines grünes Männchen mit dem Kopf einer Sellerie.

Ein kurzes Wort zum Vor- und Abspann: Sie zeigen Mikroorganismen am herumschwirren und herumrennen. Selten habe ich so überzeugende 3D-Effekte in einem Anime gesehen – im Vorspann wurden die Bilder der 3D-Mikroben mit echten Aufnahmen kombiniert. Die Bilder wirken in ihrer Machart extrem glaubwürdig.

Hinter Moyashimon steckt das Studio Telecom Animation mit einem talentierten Staff, das teils auch am Ghibli-Film Pom Poko beteiligt gewesen ist. Die Serie läuft auf dem Sender Fuji TV im Rahmen des Sendegefässes “Animation/Noitamina”, das für qualitativ hochwertige Serien gedacht ist, die junge Frauen ansprechen sollen (unter dem Label “Animation/Noitamina” liefen unter anderem auch Honey & Clover, Hataraki-man, Paradise Kiss oder Jyûô-sei). Die offiziellen Webseiten findet ihr hier und hier.

 

8 responses to “Erster Eindruck: Moyashimon 01”

  1. avatar Suzu says:

    Danke für das Review, die Serie hört sich sehr witzig an, vorallem die “Viecher”. XD Muss unbedingt mal einen Blick reinwerfen, ich hoffe es wird auch Subs dafür geben. (keine gefunden bis jetzt :( )

  2. avatar Ataru says:

    Die Serie ist auch nicht so einfach zu übersetzen wie andere, weil die Gespräche teils mit Fachausdrücken über Mikroben angereichert sind. Das dürfte so manche Fansub-Gruppe abschrecken. Ich denke, einfach mal abwarten. Oh Edo-Rocket und Denno Coil haben auch genug Aufmerksamkeit gewonnen, so dass sich eine Gruppe an die Übersetzung herangewagt hat. Das dürfte hier auch passieren.

  3. avatar Melonpan says:

    So, habe heute auch endlich die erste gesubbte Episode von Moyashimon gesehen. Also das Intro ist wohl etwas vom besten, was die Herbstseason zu bieten hat – nur das Intro von Shakugan no Shana II finde ich noch besser. Was nach dem Intro kommt, ist zwar wirklich mehr als nur originell und vor allem auch sehr eigen aber trotzdem erwartungsgemäss eher nichts für mich.

  4. avatar Suzu says:

    Danke für den Tipp Ataru, die Serie ist echt witzig, werde sie weiterverfolgen. Leider wurden die Bakterien nicht so ganz gut übersetzt, aber das ist imho nicht so schlimm.

    Das Opening ist wirklich mega cool. ^^

  5. avatar Torben says:

    Boh, sage mal hättet ihr nicht sagen können das man nichts vorher essen sollte, wenn man die serie sehn will? Hab echt mit dem Würgereflex ringen müssen, als ich die Stell mit dem Seehund gesehn habe… Aber ansonsten geniale Serie!

  6. avatar jellybaby says:

    Also ich bin begeistert von der Serie xD
    und finde sie kein stück eklig sondern mal auf sehr neue Art sehr witzig =D
    Allerdings konnt ich soweit nur folge 1 – 8 englisch gesubbed sehen, 9, 10 und 11 hab ich nur subless gefunden )=
    weiß jemand wo man diese folgen auch noch gesubbed finden könnte?

  7. avatar Ataru says:

    Hallo Jellybaby, da kann ich dir auch nicht helfen. Ich schaue mir nur Raws an, und ich habe es auch nicht so gerne wenn hier Hinweise für Downloads gegeben werden (was du aber nicht wissen kannst); einfach die üblichen Quellen durchforsten. By the way, mir gefallen deine Modelskizzen ^^

  8. avatar jellybaby says:

    wow, i’m late, sry ^^°

    uhm, ja das mit den downloads hab ich nich gewusst, nochmal sorry 8D

    danke für die schnelle antwort =D und fürs reinschaun

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